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Benutzerumfrage 2009

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Auswertung der Fragebogen und Zusammenstellung der Ergebnisse:
Gérald Béroud, Rédaction Suisse romande; Marcel Krebs, Redaktion Deutschschweiz

Das erste erfreuliche Element ist die starke Zunahme der Antwortenden zwischen 2002, dem Zeitpunkt unserer letzten Umfrage, und 2009: von 105 auf 307. Im Jahr 2002 stammten 73 ausgefüllte Fragebogen aus der Deutschschweiz und 32 aus der Romandie. 2009 zählten wir 187 beantwortete Fragebogen aus der Deutschschweiz, 108 aus der Romandie und 12 aus der italienischen Schweiz. Der Fragebogen wurde zum ersten Mal auch auf Italienisch zur Verfügung gestellt. Wir möchten an dieser Stelle auch festhalten, dass nur die vollständig ausgefüllten Fragebogen berücksichtigt wurden (1).

Zwischen 2002 und 2009 hat die Internetnutzung stark zugenommen. Ebenso die Menge der Informationen im Suchtbereich. Eine paradoxe Folge dieses Aufwärtstrends ist, dass die Website Infoset nicht mehr als tägliche Informationsquelle genutzt wird, auch wenn sie eine beliebte Ressource bleibt. Tatsächlich hatten in der Umfrage 2002 fast 30 % der BenutzerInnen angegeben, die Website 2 Mal pro Woche oder mehr aufzurufen, während dieser Anteil 2009 nur noch 8 % betrug. Bei einer Nutzung von 1 Mal pro Woche und darüber machen die Anteile 50 % bzw. 17 % aus. Eine weitere auffallende Zahl: Die Anzahl Personen, die Infoset als Startseite festgelegt haben, ging von 70 % auf 8 % zurück!

Weiter haben mehr als 90 % der Antwortenden den Newsletter abonniert (4 von 5 in der italienischen Schweiz). Dieser ist ein sehr wichtiges Hilfsmittel, weil er die LeserInnen via Links auf die  Infoset-Website führt. Hingegen muss man annehmen, dass vor allem AbonnentInnen des Newsletters an den Umfragen teilnahmen. Für 2/3 der Antwortenden übrigens ist der Newsletter der einzige Ausgangspunkt zu Informationen, die sie bei Infoset abholen. Die Website wird also beträchtlich weniger häufig direkt aufgerufen.

Die Bedeutung von Infoset wird allgemein anerkannt: 3,79 in der Deutschschweiz, 3,64 in der Romandie, 4,33 in der italienischen Schweiz auf einer Skala von 1 (bedeutungslos) bis 5 (von zentraler Bedeutung).

Auch wenn Website und Informationen (Aktuell-Seite, Hilfsangebote, Dossiers, Suchtpolitik, Seite des Monats) als auch Angebote (Pinnwand, Newsletter, Suchmaschine, Agenda) nach wie vor als gut beurteilt werden, nahm die allgemeine Zufriedenheit im Vergleich zu 2002 ab. Diese belief sich 2002 auf 4,4, wenn man sie aufgrund der gleichen Basisdaten wie 2009 umrechnet. Jetzt beträgt sie 3,97 in der Deutschschweiz, 3,83 in der Romandie und 3,60 in der italienischen Schweiz. Dies verhält sich gleich für alle Informationen und Angebote. Am besten schneidet der Newsletter ab. Ferner weist die Romandie nicht mehr höhere Zufriedenheitsraten auf als die Deutschschweiz, ganz im Gegenteil.

Eine erheiternde Feststellung: Sowohl 2002 als auch 2009 wurde die Geschwindigkeit des Zugriffs auf die zur Verfügung gestellten Informationen fast gleich beurteilt, obwohl die grossen technischen Fortschritte bei Computern, Browsern und Websites doch offensichtlich sind, und zwar was Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit betrifft. Technische Schwierigkeiten jedoch wurden von den Antwortenden massiv weniger vermeldet.
Der sehr starke Anstieg des Interesses am Thema Alkohol fällt auf – 81,8 % der Antwortenden aus der Deutschschweiz und 94,4 % jener aus der Romandie geben Alkohol an bei der Frage nach den Substanzen/Suchtformen von besonderem Interesse. Mit Ausnahme der Onlinesucht nimmt das Interesse bei allen ab, und dies in allen Sprachregionen.

„Jugend und Sucht“ ist das beliebteste Thema vor „Suchtpolitik“, „Therapie“, „Prävention“ und „Schadensminderung“, wobei Letztere in der Romandie häufig angegeben wurde. Diese Vorlieben können kaum mit den in der Umfrage 2002 genannten verglichen werden, denn die Themenliste wurde 2009 beträchtlich erweitert.
Bei den TeilnehmerInnen an der Umfrage nahm der Anteil der Frauen von 30 auf 40 % zu. Im Durchschnitt waren die NutzerInnen 2009 älter als 2002. Damals waren 39,1 % jünger als 40-jährig; der Anteil an dieser Altersgruppe betrug 2009 noch 27 %. Entsprechend waren 2002 13,7 % älter als 50; jetzt sind es 37,8 %.
Noch fast nicht vorhanden im Jahr 2002, machten die Antwortenden aus dem Ausland beinahe 10 % aller an der letzten Umfrage Teilnehmenden aus. Innerhalb der Schweiz, und zwar 2009 genauso wie 2002, stammten die antwortenden NutzerInnen von Infoset mehrheitlich aus drei Kantonen: Bern, Zürich und Waadt. Dieser Trend hat sich in der Deutschschweiz sogar noch verstärkt.

Die Ergebnisse lassen die Feststellung zu, dass sich in der Zeit zwischen den beiden Umfragen die berufliche Nutzung tiefgründig verändert hat: Die Leute haben weniger Zeit, die von Infoset aufbereiteten Informationen Tag für Tag zu lesen, wobei der Newsletter letztlich ein Hilfsmittel ist, welches im Nachhinein das Aufholen am Stück ermöglicht. So haben die Leitung von Infodrog und die beiden Redaktoren allen Grund darüber nachzudenken, wie den erwähnten Tendenzen Rechnung getragen werden kann – sowohl auf der formalen als auch auf der inhaltlichen Ebene.


(1) Es ist klar, dass die Daten der Fragebogen auf Italienisch aufgrund ihrer geringen Anzahl nicht wirklich interpretiert werden können.

23. März 2010

 

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