Drop-in
Methadon- und Heroingestütze Behandlungen
Bruchstrasse 29a
Postfach 7253
6000 Luzern 7
Tel. 041 249 43 00
Fax 041 249 43 10
E-Mail: dropin@ksl.ch
Das Drop-in wurde 1992 als ergänzendes Beratungs- und Behandlungsangebot für schwer Drogenabhängige im Raum Luzern geschaffen. Konzipiert als Kontakt- und Anlaufstelle für sozial desintegrierte drogenabhängige Menschen aus der Stadt und Agglomeration Luzern führten wir zu Beginn ausschliesslich methadongestützte Behandlungen durch und waren gleichzeitig Methadonabgabestelle. Seit dem 18. September 1995 bietet das Drop-in zusätzlich die heroingestützte Behandlung an. Per 1.1.97 wurde das Drop-in Teil des neukonzipierten Psychiatriezentrums Luzern-Stadt. Zuvor waren wir Teil des Sozialpsychiatrischen Dienstes des Kantons Luzern. Im Drop-in werden insgesamt 200 Behandlungsplätze angeboten; 110 durch Methadon gestützt und 110 durch Heroin.
Drogenabhängigkeit kennt Phasen, in denen Betroffene weder entzugswillig noch entzugsfähig sind. Für viele stellt die Abhängigkeit eine Lebensphase dar. In dieser gibt es Zeiten von Fortschritt ebenso wie von Stagnation oder Rückschritten. Um die persönliche Bereitschaft zum Ausstieg zu fördern und Schäden während dieser Phase in Grenzen halten zu können (Aids, Hepatitis, soziale Verelendung), begleiten und unterstützen wir die Süchtigen. Aidsprävention, Substitutionsbehandlung, Begleitung durch unsere Mitarbeiter/innen, Stärkung der eigenen Ressourcen, Zusammenhänge erkennen, die zur Abhängigkeit geführt haben, sind wesentliche Bestandteile unserer Arbeit mit süchtigen Menschen. Durch die Substitution mit Methadon oder Heroin wird eine hohe Behandlungskontinuität gewährleistet, ohne die ein erfolgreiches Hinwirken auf Ziele wie Stabilisierung oder Abstinenz kaum erreichbar wären.
Das Behandlungsteam besteht aus Fachpersonen aus den Bereichen Medizin, Soziale Arbeit, Sozialpädagogik und Pflegefachpersonen. Sie sind zuständig für die persönliche Beratung der Patientinnen und Patienten rund um das Thema Sucht, Substitution, Dosierung, etc. Weitere Themenkreise sind: Wohnen, Arbeit, Schulden, Beziehungen, Familie, Freizeitgestaltung. Daneben vermitteln wir Hilfsangebote anderer Institutionen und koordinieren Hilfestellungen. Ein Oberarzt und eine Spitalfachärztin aus dem psychiatrischen Bereich begleiten diese Behandlungen und sind zuständig für die psychiatrisch-medizinische Betreuung der Patientinnen und Patienten. Einweisungen in stationäre Entzugsstationen, Beratung und Vermittlung von Platzierungen in stationäre drogentherapeutische Einrichtungen, Durchführung von ambulanten Massnahmen, gutachterliche Tätigkeiten und Pharmakotherapien sind weitere Elemente unserer Arbeit. Die Beratungen werden in der Regel in Einzelgesprächen geführt. Die Abgabe von Methadon und das Überwachen der Heroinapplikationen im internen Injektionsraum sind weitere wichtige Bestandteile unserer Arbeit.
Das Drop-in richtet sich an schwer opiatabhängige, in der Regel oft auch polytoxikomane Personen, welche ein Substitutionsprogramm mit den Substanzen Methadon oder Heroin wünschen. Unter einer schweren Opiatabhängigkeit verstehen wir eine Suchtkrankheit, die zu einer deutlichen Beeinträchtigung der beruflichen Leistungsfähigkeit führt (in der Regel arbeitsunfähig, arbeitslos oder der Arbeitsplatz ist stark gefährdet). Übliche soziale Aktivitäten und/oder Beziehungen zu anderen (nicht süchtigen) Menschen werden deutlich eingeschränkt oder stehen kurz vor einer negativen Entwicklung. Wir unterscheiden folgende Zielgruppen:
Die grösste Gruppe stellen Heroinabhängige, die durch ihre Lebensumstände und ihr Verhalten (Beschaffungskriminalität, Prostitution, Obdachlosigkeit, etc.) stark gefährdet und bereits sozial desintegriert sind und durch weiterreichende Angebote wie Entzug, stationäre Behandlungen, Hausärzte, psychotherapeutische Angebote nicht erreicht werden können.
Methadonpatientinnen und ‑patienten, die in höher strukturierten Programmen überfordert sind, zu welchen ein täglicher Kurzkontakt Sinn macht und/oder erhöhte Kontrollen (Abgabesituation) notwendig werden.
Personen, die sozial noch integriert sind, stabile Wohn- und Arbeitsverhältnisse aufweisen, aber durch ihre Drogensucht gefährdet sind, hingegen eine engere therapeutische Auseinandersetzung aus diversen Gründen zum gegenwärtigen Zeitpunkt ablehnen (Therapiemüdigkeit von früheren ambulanten oder stationären Therapien).
Dualdiagnose-Patientinnen und ‑Patienten, die ein enges Setting benötigen.
Für den Grossteil unserer Patientinnen und Patienten ist das Erreichen einer stabilen Abstinenz ein fast unerreichbares Ziel. Der Schwerpunkt der meisten Behandlungen liegt denn auch mehr in der Stabilisierung der somatischen und psychischen Gesundheit der Betroffenen. In vielen Fällen ist es aber durchaus möglich, eine solide Basis für die Weiterbehandlung in anderen spezialisierten Institutionen zu legen, wie beispielsweise höherschwellige Methadongestützte Behandlungen mit intensiver psychotherapeutischer Betreuung oder Aufenthalte in abstinenzorientierten stationären Therapiegemeinschaften.
Das Drop-in ist an sieben Tagen die Woche offen. Von 07.30 Uhr bis 09.30 Uhr, 11.45 Uhr bis 12.45 Uhr und von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr ist das Drop-in als Substitutionsstelle geöffnet. Die Behandlungsgespräche werden in der Regel am Nachmittag durchgeführt. Während unseres Bereitschaftsdienstes (Montag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag von 13.00 bis 14.00 Uhr) können Ratsuchende beraten werden.
- Patientinnen- und patientenbezogene Zusammenarbeit mit allen Institutionen der Überlebenshilfe und innerhalb des Psychiatriezentrums Luzern-Stadt, sowie mit den kantonalen Kliniken St. Urban und der Höhenklinik Montana und mit stationären therapeutischen Wohngemeinschaften.
- Institutionelle Zusammenarbeit in Arbeitsgruppen, Fachkommissionen oder Vorständen auf kantonaler Ebene: Verein Jobdach, Betriebskommission Obdach, IG- Überlebenshilfe, Intersitzung, AG kantonale stationäre und ambulante Einrichtungen, AG gassennahe Institutionen (GNI), etc.
- Auf nationaler Ebene Projektleitungssitzungen mit allen PROVE-Projekten, Nationale Arbeitsgruppe Suchtpolitik (NAS), Verein Schweizerischer Drogenfachleute (VSD) AG Frau und Sucht, VSD Fachgruppe ambulante Beratungsstellen.
- Fachspezifische Weiterbildungen für Institutionen, die mit drogenabhängigen Menschen konfrontiert sind, Mitarbeit an öffentlichen Veranstaltungen über Drogenfragen, Unterrichtstätigkeit an Ausbildungstätten für soziale Berufe.
Erika Lötscher, Stellenleiterin
aktualisiert: 26.02.06