Aktuell

Cannabis am Steuer wie Alkohol behandeln

Es kommt Bewegung in die Diskussion um die Nulltoleranz von Cannabis am Steuer. Einen parlamentarischen Vorstoss wagt FDP-Vizepräsident Andrea Caroni (41): Der Ständerat (FDP/AR) will, dass Cannabis künftig ähnlich behandelt wird wie Alkohol: Während ein gewisser Pegel Alkohol erlaubt ist, liegt der Cannabis-Grenzwert nahe der Nachweisgrenze. Die Folge: Noch Tage nach dem Konsum kann der Führerausweis futsch sein. Hinzu kommen ausser der Busse für den Cannabis-Konsum tausende Franken teure Fahrfähigkeits-Abklärungen – die bei Alkohol erst bei sehr hohen Promillepegeln angeordnet würden. Artikel auf www.blick.ch.

Nichtbezug von Sozialhilfe: Vorstoss im Parlament eingereicht

In der Schweiz verzichtet ein Drittel der armutsbetroffenen Personen auf ihren rechtmässigen Anspruch, Hilfe in Notlagen zu erhalten. Der Grund: mögliche negative Folgen. Ein im eidgenössischen Parlament neu eingereichter Vorstoss will diese Systemfehler angehen. Medienmitteilung auf www.avenirsocial.ch; Positionspapier der Allianz «Austausch Armut».

MEHR ALKOHOL IM LOCKDOWN?

Weil Menschen in Notlagen erwiesenermaßen mehr trinken, haben Forscherende europaweit (knapp 32 000 Menschen aus 21 Ländern Europas exklusive der Schweiz) den Alkoholkonsum zu Beginn der Corona-Pandemie untersucht - mit einem erstaunlichen Ergebnis. «Erhöhter Alkoholkonsum wird als maladaptive Strategie zur Bewältigung der psychischen Belastung angesehen und ergibt sich aus einem Zusammenspiel von sozialer Isolation, Unsicherheit und finanziellen Schwierigkeiten», schreiben die Forscherenden in der Studie, die jetzt in der Fachzeitschrift "Addiction" veröffentlicht worden ist. Artikel auf www.mdr.de; Studie auf www.onlinelibrary.wiley.com.

Experiment Nichtrauchen: nach 21 Jahren ist Zeit für etwas Neues

Experiment Nichtrauchen geht nach 21 Jahren zu Ende. Das grösste nationale Tabakpräventionsprojekt hat an Schulen für ein rauchfreies Leben geworben und hunderttausende Jugendliche in der Schweiz und Liechtenstein durch die Schulzeit begleitet. Mit der Neuausrichtung des Kinder- und Jugendprogramms des Tabakpräventionsfonds macht es Platz für ein neues Angebot – dieses bezieht Kinder, Jugendliche sowie Lehrpersonen von Anfang an in die Gestaltung mit ein. Artikel auf www.portal.at-schweiz.ch.

Gefährliche Sportwetten

Es geht um sehr viel Geld: 2019 wurden allein in Deutschland rund 9,3 Milliarden Euro gesetzt. Die Sportwetten-Branche erlebt einen Boom. Die Dokumentation begleitet Glückspieler, PolitikerInnen und Werbepartner, während sich der Markt für Sportwetten in Deutschland neu aufstellt. Die Dokumentation auf www.daserste.de.

Werbeverbote für Tabak: Jugendschutz bleibt Knackpunkt

Bezüglich Werbung für Tabakprodukte ist die Schweiz eine Ausnahme in Europa: Aussenwerbung für Tabakprodukte ist in fast allen europäischen Ländern verboten – die Schweiz kennt auf nationaler Ebene kein Verbot. In Printmedien ist Tabakwerbung gar in allen europäischen Ländern verboten. Ausser in der Schweiz. Seit mehr als fünf Jahren diskutiert das Parlament ein neues Bundesgesetz über Tabakprodukte. Der Umgang mit Tabakprodukten soll darin strenger geregelt werden – aber weniger stark als ursprünglich vorgesehen. Der Ständerat hat jetzt einige Restriktionen aufgeweicht. Artikel dazu auf www.srf.ch.

Deutschland: Rauchen wird teurer

Der Finanzausschuss des Bundestags stimmte für eine Reform der Tabaksteuer. Demnach sollen die Zigarettenpreise im kommenden Jahr um durchschnittlich 10 Cent steigen: Die geplante Reform der Tabaksteuer ist einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Der Finanzausschuss des Bundestags stimmte für eine Gesetzesänderung, nach der sich die Tabaksteuer auf eine Zigarettenpackung im Jahr 2022 um durchschnittlich 10 Cent erhöht. 2023 folgt dann ein weiterer 10-Cent-Sprung, in den Jahren 2025 und 2026 jeweils ein Plus von 15 Cent. Artikel auf www.spiegel.de.

Mehr Jugendliche sind im Zuge der Pandemie suchtgefährdet – jetzt Gegensteuer geben

Die Pandemie belastet die psychische Gesundheit von jungen Menschen. Heute gibt es mehr gefährdete Jugendliche und ihre Zukunftsängste könnten andauern. Die Suchtprävention ist gefordert, die Früherkennung und Frühintervention bei gefährdeten Jugendlichen zu stärken. Sucht Schweiz appelliert an Gesellschaft und Politik, ihre Chancen mit einem gesundheitsförderlichen Umfeld zu verbessern und sie vor aggressivem Marketing zu schützen. Beitrag auf www.suchtschweiz.ch.

Die Prohibition ist gescheitert – es lebe der freie Markt?

SuchtexpertInnen fordern längst eine weitgehende Regulierung von Betäubungsmitteln. Nun ist die Debatte auch in der Politik angekommen. Die im Mai angelaufenen Cannabisversuche zeigen, in welche Richtung es gehen könnte. Interessanter Artikel auf www.woz.ch unter anderem mit Einschätzungen von Experten wie Toni Berthel (Psychiater, ehemaliger Präsident der Eidgenössischen Kommission für Suchtfragen (EKSF)) und Boris Quednow (Pharmakopsychologe an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich).

Stärkung der Nationalen Strategie Sucht durch den Einbezug der Cyberabhängigkeit

Die Nationale Strategie Sucht sind seit 2017 in Kraft und werden bis 2024 umgesetzt. Sie verfolgen einen suchtformübergreifenden Ansatz; die Massnahmen betreffen den Alkohol-, Tabak- und Drogenkonsum, aber auch problematische Verhaltensweisen wie die exzessive Internet- und Computernutzung, die zu Cyberabhängigkeit führen kann. Der Bundesrat wurde in einem Postulat ersucht, im Rahmen der Nationalen Strategie Sucht ein Massnahmenpaket zur Bekämpfung der verschiedenen Formen von Cyberabhängigkeit zu erarbeiten. Dieses Postulat (auf www.parlament.ch) wurde im Nationalrat angenommen und geht nun in den Ständerat. 







Tagungen in der Schweiz

Medikamenten(misch)konsum bei Jugendlichen – Grundlagen, aktuelle Erkenntnisse, Interventionen

23. Juni 2021, online
Ein Mitgliederanlass des Fachverbands Sucht.

GEMEINSAME TAGUNG COROMA/SSAM – ICH KONSUMIERE, ALSO BIN ICH? Konsum von Jugendlichen und jungen Erwachsenen

30. Juni 2021, online
Tagung, organisiert vom Freiburger Netzwerk für psychische Gesundheit (RFSM/FNPG) sowie von der Abteilung für Suchtmedizin der Universitätsklinik Genf.

Suchtbetroffene in den Medien - echte Empathie oder unnötiger Voyeurismus?

01. Juli 2021, Zürich
Ein Soirée des Fachverbands Sucht

Update Sucht Interdisziplinär 2021

2. September 2021, St. Gallen
Informationen und Anmeldung zur Fortbildung, organisiert vom Gesundheitsdepartement des Kanton St. Gallen und dem Forum Suchtmedizin Ostschweiz FOSUMOS.

Präventionstag 2021: Schöne neue Produktewelt

7. September 2021, St. Gallen
Informationen und Anmeldung zum Präventionstag, organisiert vom Fachverband Sucht.

Stakeholderkonferenz Nationale Strategie Sucht

16. September 2021, Bern (neuer Termin!)
Stakeholderkonferenz Sucht  & Netzwerktagung Psychische Gesundheit Schweiz «Kinder und Jugendliche stärken!»

Cannabis und Cannabiskonsumstörungen

21. Oktober 2021, Bern
Informationen und Anmeldung zum zweiten Suchtsymposium, organisiert von den Universitären Psychiatrischen Diensten Bern (UPD).

Forum für Suchtfragen 2021

4. November 2021, Basel (Neuer Termin)
Informationen und Anmeldung zum Forum der Abteilung Sucht des Gesundheitsdepartementes des Kantons-Basel-Stadt.

Tagung der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention 2021

4. November 2021
Safe the Date

Soziale Arbeit und Sucht: Eine Fachtagung im Dialog von Praxis und Wissenschaft

23. März 2022, Olten
Die Tagung bildet den Beginn eines partizipativen Prozesses, an dem Interessierte in der Folge Empfehlungen und fachliche Standards für die Soziale Arbeit in der Suchthilfe und Suchtprävention erarbeiten. Ein Kooperationsprojekt des Instituts Soziale Arbeit und Gesundheit der FHNW, des Fachverbands Sucht, AvenirSocial und SAGES. Kontakt: Irene Abderhalden, irene.abderhalden@fhnw.ch und Marcel Krebs, marcel.krebs@fhnw.ch (Vorankündigung)