Aktuell

Corona-Armut: Wenn das Geld nicht mehr fürs Essen reicht

Seit Beginn der Pandemie sind immer mehr Menschen in der Schweiz auf kostenlose Lebensmittel und Mahlzeiten angewiesen. Wer sind sie und welche kurz- und längerfristigen Bedarfe lassen sich finden? Eine Datenerhebung der ZHAW Soziale Arbeit beleuchtet die Situation in der Stadt Zürich und konnte neun verschiedene Bezugsgruppen ausmachen. Artikel auf www.zhaw.ch.

Es reicht – Wir möchten überleben!

1'581 Drogentodesfälle in Deutschland – Politik im Bund, Land und Kommunen muss Handeln. Es erscheint wie ein jährlich wiederkehrendes Ritual, wenn das Bundesministerium für Gesundheit in Person der Drogenbeauftragten die Zahl der Drogentodesfälle verkündet. Trauerbekundungen und Hinweise was zu tun ist damit sich dieses endlose Elend verändert, reichen aber nicht mehr aus. Millionen Menschen die illegalisierte psychoaktive Substanzen konsumieren, ihre FreundInnen und Angehörigen sowie weite Teile des Hilfesystems sind mit der Geduld am Ende. Artikel (pdf)  im Magazin Drogenkurier.

Prävention in der Gesundheitsversorgung (PGV)

Nichtübertragbare Krankheiten, einschliesslich psychischer Erkrankungen und Suchtprobleme, sind in der Schweiz, wie in den meisten Industrieländern, das Gesundheitsproblem Nummer eins. Diese Problematik wird sich aufgrund der sich intensivierenden demografischen Alterung weiter verschärfen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und Gesundheitsförderung Schweiz (GFCH) arbeiten gemeinsam mit zahlreichen Partnern an der Stärkung der PGV in der Schweiz. Es existiert ein klarer Handlungsrahmen und es laufen schweizweit über 40 Pilotprojekte, die PGV konkret umsetzen. Mehr dazu gibt es in der Broschüre (pdf, 28S.) und im Flyer (pdf, 10S.) auf www.bag.ch.

Gefährlicher Angstlöser

Homeoffice, Kurzarbeit und Lockdown: In der Pandemie greifen viele zu Alkohol, um ihre Sorgen zu vergessen. Philipp Kloimstein, 38, kümmert sich um alkoholkranke Menschen. Er ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und leitet die Suchtklinik Maria Ebene in Vorarlberg. "Niemand ist vor einer Sucht gefeit", sagt Kloimstein – und das zeige sich jetzt, nach einem Jahr Pandemie, besonders deutlich. Da ist der Restaurantleiter, der von heute auf morgen nichts mehr zu tun hat und sich schon mittags betrinkt. ExpertInnen befürchten eine Polarisierung: Wer schon immer eher wenig Alkohol getrunken hat, trinkt jetzt noch weniger. Und wer eher mehr getrunken hat, trinkt jetzt noch mehr. Artikel auf www.zeit.de.

Risikofaktoren für multiplen Drogenkonsum

Viele Drogenabhängige nehmen nicht nur eine Substanz ein, sondern mehrere. WissenschaftlerInnen des Max-Planck-Instituts haben untersucht, welche Rolle Gene und Umwelt bei der Entstehung eines solchen multiplen Substanzgebrauchs spielen. Ihre Ergebnisse zeigen, dass neben genetischen Faktoren gerade die Anhäufung mehrerer ungünstiger Umweltfaktoren dazu führt, dass Menschen in eine solch extreme Form des Drogenkonsums abrutschen. Unter den Risikofaktoren waren neben sexuellem und körperlichem Missbrauch, dem Leben in der Großstadt und Migrationserfahrungen auch der Konsum von Cannabis und Alkohol vor dem 18. Lebensjahr. So könnten Cannabis und Alkohol für anfällige Personen geradezu als Einstiegsdrogen fungieren und den Weg hin zu problematischerem Substanzgebrauch ebnen. Artikel auf www.mpg.de.

Fetales Alkoholsyndrom: Der lange Weg zur Diagnose

FASD ist ein Sammelbegriff für alle alkoholbedingten Einflüsse auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes. Für die Diagnose sind umfangreiche Untersuchungen nötig, um den Grad der Schädigung zu bestimmen. In Deutschland gibt es jedoch nur wenige Ärzte, Kliniken und Kinderzentren, deren Gutachten rechtlich anerkannt werden. Artikel auf www.ndr.de.

Entwicklung der Drogenmärkte und des Substanzkonsums während der Pandemie

Die EMCDDA  (Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht) hat einen Bericht über die COVID-19 Auswirkungen auf die EU Drogenmärkte und auf den Substanzkonsum veröffentlicht. Der Bericht zeigt auf, dass der Drogenmarkt bemerkenswert widerstandsfähig gegenüber
Störungen durch die Pandemie war. Beispielsweise die Produktionsstätte für synthetische Drogen und das Ausmaß des Cannabisanbaus in den europäischen Ländern blieb relativ stabil. Was den Drogenkonsum betrifft, so deuten die verfügbaren Daten darauf hin, dass trotz einiger gemeldeter Rückgänge, in vielen Fällen der Drogenkonsum wieder auf das frühere Niveau zurückkehrte, als die sozialen Massnahmen im Laufe des Sommers gelockert wurden. Mit einigen Ausnahmen waren die Verfügbarkeit und der Konsum vieler illegaler illegalen Substanzen relativ stabil. Bericht (pdf, 38S., Englisch) auf www.emcdda.europa.eu.

Newsletter von Infoset

Der Newsletter von Infoset ist soeben erschienen. Dieser fasst die wichtigsten aktuellen Meldungen der letzten 30 Tage thematisch zusammen. Der Newsletter kann hier abonniert werden.

Früherkennung und Frühintervention

Im Auftrag des BAG hat Infodrog das «multifaktorielle Modell zur Früherkennung und Früh­inter­vention» über­arbeitet. Das Modell bildet eine theoretische und be­griff­li­che Grund­lage für Projekt­entwicklungen im Bereich Sucht und NCD. Es zeigt in einfacher Weise das komplexe Zusammen­spiel zwischen individuellen, sozialen und struk­tu­rellen Risiko- und Schutzfaktoren und schärft die Begriffe. Gleichzeitig hat Infodrog das Präventions­lexikon aktualisiert und neue Einträge hin­zu­ge­fügt. Bericht (pdf, 14S.) und Präventionslexikon auf www.infodrog.ch.

DHS Stellungnahme zum Thema E-Zigaretten

Die E-Zigarette steht seit ihrer Markteinführung bei Fachleuten aus Wissenschaft und Gesundheitswesen in der Diskussion. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse und gesundheitspolitische Ereignisse veranlassten die Deutsche Fachstelle für Suchtfragen e. V. (DHS), die Grundlagen und Fakten rund um die Thematik erneut zu prüfen. Eine jetzt veröffentlichte Stellungnahme (pdf, 6S.) stellt die Ergebnisse dar.







Tagungen in der Schweiz

Peer-Arbeit in der Suchthilfe und -prävention

31. Mai 2021, online
Ein Mitgliederanlass des Fachverbands Sucht

Kinder von suchtkranken Eltern

8. Juni 2021, online
Nationale Austausch- und Weiterbildungsplattform von Sucht Schweiz.

2. Münsterlinger Suchttagung

11. Juni 2021, Münsterlingen (Neuer Termin)
Thema der Veranstaltung ist Motivation - Ziel oder Voraussetzung? Die Tagung wird von den Psychiatrischen Dienste Thurgau organisiert.

Nationales Symposium Integrierte Versorgung

16. Juni 2021, online
Nationales Symposium, organisiert von dem Schweizer Forum für integriert Versorgung.

Symposium Theorie und Therapie der Verhaltenssucht

18. Juni 2021, Bern
APS-Jahresaustausch zum Thema Sucht, organisiert von der Schweizerischen Vereinigung Suchtpsychologie (APS) und der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD).

Medikamenten(misch)konsum bei Jugendlichen – Grundlagen, aktuelle Erkenntnisse, Interventionen

23. Juni 2021, online
Ein Mitgliederanlass des Fachverbands Sucht.

GEMEINSAME TAGUNG COROMA/SSAM – ICH KONSUMIERE, ALSO BIN ICH? Konsum von Jugendlichen und jungen Erwachsenen

30. Juni 2021, online
Tagung, organisiert vom Freiburger Netzwerk für psychische Gesundheit (RFSM/FNPG) sowie von der Abteilung für Suchtmedizin der Universitätsklinik Genf.

Suchtbetroffene in den Medien - echte Empathie oder unnötiger Voyeurismus?

01. Juli 2021, Zürich
Ein Soirée des Fachverbands Sucht

Update Sucht Interdisziplinär 2021

2. September 2021, St. Gallen
Ausschreibung und Anmeldung folgen im März 2021. SAVE THE DATE

Stakeholderkonferenz Nationale Strategie Sucht

Stakeholderkonferenz Sucht  & Netzwerktagung Psychische Gesundheit Schweiz «Kinder und Jugendliche stärken!»
16. September 2021, Bern (neuer Termin!)

Forum für Suchtfragen 2021

4. November 2021, Basel (Neuer Termin)
Forum der Abteilung Sucht des Gesundheitsdepartementes des Kantons-Basel-Stadt.
Save the date

Tagung der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention 2021

4. November 2021
Safe the Date

Soziale Arbeit und Sucht: Eine Fachtagung im Dialog von Praxis und Wissenschaft

23. März 2022, Olten
Die Tagung bildet den Beginn eines partizipativen Prozesses, an dem Interessierte in der Folge Empfehlungen und fachliche Standards für die Soziale Arbeit in der Suchthilfe und Suchtprävention erarbeiten. Ein Kooperationsprojekt des Instituts Soziale Arbeit und Gesundheit der FHNW, des Fachverbands Sucht, AvenirSocial und SAGES. Kontakt: Irene Abderhalden, irene.abderhalden@fhnw.ch und Marcel Krebs, marcel.krebs@fhnw.ch (Vorankündigung)