SuchtMagazin 5/2016

Behandlung in der Suchtarbeit

Inhalt:
Suchtbehandlung: Interdisziplinär? Sozialtherapeutisch? Integriert…
Integrated Dual Disorder Treatment (IDDT) in Den Haag
Von der Evidenz zur Empfehlung: S3-Leitlinie «Alkoholbezogene Störungen»
Onlinebehandlung: Wirksamkeit, Erfolge und Potenziale
Unterstützung von Angehörigen: Status quo und Optimierungsbedarf
Opioidsubstitution im Alter: ein Update
Internetsucht: Klassifikation und Behandlungsmethoden
Arbeitsbündnis in der stationären Sucht- und Sozialtherapie
Angebotsplanung und -finanzierung in den Kantonen
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Der Artikel «Von der Evidenz zur Empfehlung: S3-Leitlinie ‘Alkoholbezogene Störungen’» von Monika Ridinger steht online zur Verfügung.

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Allgemein

Wortwahl hat Auswirkungen auf PatientInnen und ihre Behandlung: In einem Blog auf der Webseite des British Medical Journals ruft die die Schweizerische Gesellschaft für Suchtmedizin dazu auf, sich bewusst zu werden, dass die Wahl der Terminologie massgeblichen Einfluss auf die Inanspruchnahme, Zugänglichkeit, Verfügbarkeit und Anwendung entsprechender Behandlungen hat. Eine deutsche Übersetzung (pdf, 2S.) ist auf den Seiten vom Fachverband Sucht zugänglich. (12/2018)

Lübecker Memorandum über die Zukunft der Suchtkrankenversorgung in in der Kritik: Das "Memorandum" (pdf, 10S.) der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG Sucht) zielt laut DG-SAS ganz offen auf einen vollständigen Umbau der Suchthilfe und Suchtprävention. Diese Umgestaltung würde das Ende von gleichberechtigten Angeboten der Sozialen Arbeit in der Suchthilfe in Deutschland bedeuten. Die Fragwürdigkeit des Papiers spiegelt sich in der fachlich einseitig von Medizin und Psychologie dominierten Zusammensetzung des Gremiums. Positionspapier (pdf, 7S.) der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit in der Suchthilfe DG-SAS. In einer ergänzenden Anmerkung (pdf, 2S.) zum Memorandum begrüsst die DG-SAS die Initiative der DG Sucht zu einer erneuten Diskussion über eine Entstigmatisierung der Suchterkrankungen und der so betroffenen Menschen. (03/2018)

Ausgaben für die Drogenbehandlung in Europa: ein methodischer Überblick: Schätzungen zufolge werden jährlich mehr als eine Million Menschen in der Europäischen Union wegen drogenbedingter Probleme behandelt. Wie hoch sind die tatsächlichen Kosten der Drogenbehandlung in Europa angesichts schrumpfender öffentlicher Haushalte und des zunehmenden Drucks auf die Gesundheitssysteme? In Zusammenarbeit mit Experten aus der ganzen Welt hat die Europäische Drogenbeobachtungsstelle EBDD einen Bericht (pdf, 196S.) erstellt, der die derzeitige Praxis zur Abschätzung der Kosten für die Behandlung von Drogenproblemen darstellt. Medienmitteilung der EBDD. (10/2017)

Europäischer Leitfaden für den Umgang mit Drogenproblemen: Dieser Leitfaden und das dazugehörige Online-Material bieten einen Bezugspunkt für die Planung oder Bereitstellung gesundheitlicher und sozialer Antworten auf Drogenprobleme in Europa. Die geeignetsten Massnahmen hängen von den spezifischen Drogenproblemen, den Kontexten, in denen diese auftreten, und den möglichen und sozial akzeptablen Interventionen ab. Durch die Bereitstellung wichtiger Informationen soll dieser Leitfaden den Beteiligten bei der Bewältigung dieser Herausforderungen helfen, neue Programme zu entwickeln und bestehende zu verbessern. Herausgeber ist die Europäische Drogenbeobachtungsstelle EMCDDA, Artikel der Salzburger Nachrichten. (10/2017)

Deutschland - Zukunftswerkstatt Suchtkrankenversorgung: Dieser Bericht für das Bundesministerium für Gesundheit fasst die wesentlichen Ergebnisse der Zukunftswerkstatt zusammen, die im Januar 2016 in Lübeck stattgefunden hat. Die Ergebnisse (pdf, 29S.) liefern wertvolle Hinweise für Ziele in der Ausgestaltung der zukünftigen Suchtkrankenversorgung. (07/2016)

Kurzinterventionen für Personen mit substanzbezogenen Problemen: Die Publikation "Emergency department-based brief interventions for individuals with substance-related problems: a review of effectiveness" der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle EBDD steht zum Download bereit. (01/2016)

Spectra - Integrierte Suchthilfe: Die aktuelle Ausgabe (Nr. 109, Mai 2015) steht zum Download bereit. Aus dem Inhalt: Allgegenwärtige Suchtproblematik; «spectra» wird zwanzig; Früherkennung von Suchtproblemen bei der Spitex; Suchtmedizin als wichtiges Querschnittsthema in der medizinischen Ausbildung, Dialogwoche Alkohol.

Leitbild und Positionen zur Suchtkrankenhilfe und -behandlung: Mit diesem Grundlagenwerk liefert der deutsche Fachverband Sucht e.V. eine Diskussionsgrundlage zur ökonomischen Bedeutung, zum gegenwärtigen Stand, der Qualität und Effektivität sowie zu den erforderlichen Entwicklungen des Behandlungssystems für abhängigkeitskranke Menschen. (07/2012)

Behandlungszugang in der niederschwelligen Suchtarbeit: Die Publikation (pdf, 59S.) „Behandlungszugang für Substanzkonsumenten: Literaturübersicht in Bezug auf die ‚niedrigschwellige’ und ‚intermediäre’ Betreuung von Personen, die von illegalen Drogen und Alkohol abhängig sind“ ist online auf den Seiten von Infodrog erhältlich. Diese Übersicht umfasst einen allgemeinen Teil und einen spezifischen Teil, der dem Kanton Freiburg gewidmet ist. Aus Gründen der Vertraulichkeit wird nur der allgemeine Teil der Studie vertrieben. (04/2011)

Diagnostik

Abhängigkeit im ICD-10 und DSM-5: Beitrag auf Drugcom.de

ICD-10-WHO Version 2019: Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information DIMDI veröffentlicht die ICD-10-WHO Version 2019, die deutsche Übersetzung der englischen Originalfassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In die neue Version der Internationalen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme flossen zahlreiche Änderungen der WHO ein, die seit dem 1. Januar 2019 gültig sind. Zur Diagnose von Suchtproblemen ist das Kapitel V (F10-F19) von Bedeutung. Mitteilung des DIMDI. Parallel zur Weiterentwicklung der ICD-10 der WHO wird seit Jahren an einer grundlegenden 11. Revision gearbeitet. Die ICD-11 soll 2019 von der WHO verabschiedet werden. (1/2019)

Wann ist man süchtig? Wir sind "süchtig" nach Schokolade, Smartphones und anderen Dingen, die wir nicht mehr missen möchten. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird gerne mal von einer Sucht gesprochen, wenn wir etwas besonders gerne oder oft tun und nur schwer die Finger davon lassen können. Doch wann spricht man tatsächlich von einer Sucht? Beitrag auf drugcom.de. (01/2019)

Soziale Arbeit

Tätigkeiten und Potentiale der Funktion "Suchtberatung": Der innovative Kern der vorliegenden Untersuchung (pdf, 38S.) liegt in der Beschreibung der von Fachkräften der Sozialen Arbeit im Rahmen der Suchtberatung tatsächlich wahrgenommenen Tätigkeiten. Diese wurde auf der Basis von Selbstbeschreibungen der Mitarbeiter/innen in Suchtberatungsstellen qualitativ rekonstruiert. Darüber hinaus konnte sie die Wirkung der Tätigkeiten datenbasiert auf der Grundlage der Deutschen Suchthilfestatistik beschreiben. (12/2018)

Sucht – ein medizinisches oder ein soziales Problem?: Die Suchthilfe ist ein interprofessionelles Geschäft. Der derzeit dominanten Strukturierung der Suchthilfe mittels einer hegemonialen medizinisch-(psycho-)therapeutischen Leitorientierung wird der Anspruch entgegengesetzt, Sucht wieder verstärkt auch als soziales Problem zu verstehen und zu behandeln. Eine davon ausgehende Neuverhandlung der Kompetenzen unter dem Dach des bio-psycho-sozialen Modells der WHO könnte eine der psychosozialen Dynamik der Sucht angemessenere Grundlage schaffen, die Komplementarität der interprofessionellen Kooperation schärfen und ihre Potenziale dadurch besser erschliessen. Mit diesem Ansatz geht die Positionierung der Sozialen Arbeit als zuständig für die soziale Dimension einher. Beitrag von Peter Sommerfeld im SuchtMagazin 6/2016

Kompetenzprofil der Sozialen Arbeit in der Suchthilfe und Suchtprävention: Die Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit in der Suchthilfe (DG-SAS) hat zum Ziel, das Profil der Sozialen Arbeit in der Suchthilfe und Suchtprävention zu schärfen. Die im Kompetenzprofil (pdf, 59S.) beschriebenen Arbeitsfeldprofile fördern die Identifikation der in den Arbeitsfeldern der Suchthilfe Arbeitenden und ermöglichen eine Positionierung und Differenzierung in der Zusammenarbeit mit anderen Professionen. (03/2016)

Umsetzung der Inklusion in der Suchthilfe: Lässt sich Inklusion in der Suchthilfe umsetzen? Oder eher nicht? Der Verband der Drogen- und Suchthilfe fdr+ hat dazu eine Broschüre (pdf, 8S.) zur Umsetzung der Inklusion in der Suchthilfe veröffentlicht. Inhalte sind Grundlagen und Ausführungen über die UN-Behindertenrechtskonvention. Theoretische Ansätze zur Umsetzung in der Suchthilfe und Fragen an diesen Prozess schließen an. Schliesslich wurden acht Thesen  formuliert, die Inklusion in der Suchthilfe kennzeichnen. (2017)

Soziale Arbeit in der Suchtberatung: Die Zeitschrift "Forum Sozialarbeit und Gesundheit" hat bereits 2014 eine Ausgabe zum Schwerpunkt "Wege aus der Sucht. Soziale Arbeit in der Suchtberatung" herausgegeben. Diese Ausgabe (pdf, 52S.) steht zum Download bereit. (2014)

Ambulante Behandlung

Deutschland - Forderungen für eine wirksame Ambulante Suchthilfe: Ambulante Suchthilfe ist wichtig und wirksam. Sie umfasst ein breites Spektrum von Angeboten, das jährlich über einer halben Million Betroffenen zugutekommt. Gleichzeitig befindet sich die ambulante Suchthilfe in einer desolaten Finanzierungssituation, die weit von der gesetzlich geforderten Nahtlosigkeit und Einheitlichkeit entfernt ist und sich oft nur aus jährlich widerrufbaren Zuschüssen speist. Aus Sorge um das ambulante Versorgungssystem für abhängigkeitskranke Menschen hat der Vorstand des Fachverbandes Drogen- und Suchthilfe e.V. Forderungen (pdf, 12S.) für eine wirksame ambulante Suchthilfe verabschiedet. (10/2017)

Ambulante Suchthilfe - Ergebnisse der Institutionsbefragung 2012: Der vorliegende Bericht von act-info ist an die teilnehmenden Institutionen gerichtet und bietet einen Überblick zur Lage der Institutionen im Jahre 2011. Damit die Institutionen ihr eigenes Profil angemessen vergleichen können, sind die Resultate für die fünf sich im Bereich der psychosozialen Suchthilfe herauskristallisierenden Haupttypen von Institutionen getrennt aufgeführt. Dies sind zunächst drei Typen von Institutionen, die als spezialisierte Beratungsstellen bezeichnet werden, da sie ausschliesslich Hilfsangebote für Suchtprobleme anbieten. Hinzu kommen zwei Arten von polyvalenten Beratungsstellen, die sich nicht alleinig um Suchtprobleme kümmern. (02/2013)

Stationäre Behandlung

Finanzierung der sozialtherapeutischen Stationären Suchthilfe: In den letzten Jahren ist die Finanzierung bestimmter Angebote der Suchthilfe, darunter der Sozialtherapeutischen Stationären Suchttherapie (SStS), schwieriger geworden. Kantonale und kommunale Sparpakete zwingen die Institutionen, einschneidende Sparmassnahmen umzusetzen. Der Fachverband Sucht hat deswegen im Rahmen mehrerer Arbeitsgruppen «Leitlinien zur Finanzierung der Sozialtherapeutischen Stationären Suchthilfe» (pdf, 7S.) erarbeitet. (11/2018)

Monitoring der stationären Suchttherapieinstitutionen: Laut dem Jahresbericht 2017 (pdf, 6S.) betrug die durchschnittliche jährliche Auslastung der stationären Therapieeinrichtungen 87%. Damit hat sich die Auslastung gegenüber dem Vorjahr nicht geändert und bleibt auf hohem Niveau stabil. (09/2018)

Ambulante Suchthilfe - Ergebnisse der Institutionsbefragung 2017: Die im act-info-Netzwerk integrierte SAMBAD-Statistik umfasst alle Beratungsstellen, die psychosoziale Hilfe in Bezug auf substanzgebundene oder andere Suchtprobleme anbieten. Im Jahr 2016 wurden 188 Beratungsstellen gezählt, die tätig waren und den Einschlusskriterien entsprachen. Gegenüber dem Vorjahr (183 identifizierte Stellen; 2014: 194 Stellen) lässt sich eine leichte Zunahme der Anzahl der Beratungsstellen feststellen. Der SAMBAD Bericht (pdf, 13S.) steht zum Download bereit. (12/2017)

Klientenzufriedenheit in der stationären Suchttherapie: Der Gesamtbericht präsentiert die gesamtschweizerischen Ergebnisse der 11. Stichwochenerhebung zur Klientenzufriedenheit, welche im März 2014 im Bereich stationäre Suchttherapie durchgeführt wurde. Die Ergebnisse der beiden Referenzgruppen Drogentherapie bzw. Alkoholbehandlung werden im Gesamtbericht dargestellt. Die Publikation (pdf, 51S.) des ISGF steht zum Download bereit. (10/2014)

Stationäre Suchttherapie in Europa: Die Publikation "Residential treatment for drug use in Europe" der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle steht zum Download bereit. (07/2014)

Therapeutische Gemeinschaften als Orte der Suchttherapie: Die Publikation "Therapeutic communities for treating addictions in Europe: evidence, current practices and future challenges" der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle steht zum Download bereit. (04/2014)

Komorbidität

Komorbide Suchtprobleme in der somatischen und psychosomatischen Rehabilitation: Problematischer Suchtmittelkonsum macht vor somatischen und psychosomatischen Rehabilitationseinrichtungen nicht Halt. Er fällt dort aber eher selten auf, und es bestehen Unsicherheiten, wie damit umgegangen werden soll. Dabei bietet die Rehabilitation gute Voraussetzungen für die Diagnostik möglicher Suchtprobleme sowie für Beratung und ggf. Vorbereitung einer weiterführenden Behandlung. Konkrete Empfehlungen für das Vorgehen in der Praxis liegen nun vor. Sie beschreiben einen mehrstufigen Prozess für Screening und Diagnostik, der gut in die Klinikabläufe integriert werden kann, und zielen auch auf die Sensibilisierung der Mitarbeiter/innen ab. Entwickelt wurden die Empfehlungen (Langfassung, 71S./ Kurzfassung, 20S.) am Institut für Qualitätsmanagement und Sozialmedizin (AQMS) des Universitätsklinikums Freiburg. Beitrag auf Konturen. (04/2016)

Somatische Zusatzerkrankungen und psychische Komorbiditäten: Mehr als die Hälfte der SuchthilfeklientInnen, darunter zunehmend insbesondere auch ältere Personen, weisen nicht einfach eine Abhängigkeitserkrankung auf, sondern sind von Mehrfachabhängigkeiten und zusätzlichen somatischen und/oder psychischen Störungen betroffen. Diese bestimmen die Behandlung mit und wirken sich auf das Behandlungsergebnis aus. Sie müssen frühstmöglich erkannt und berücksichtigt bzw. mitbehandelt werden. Weitere Infos im aktuellen Themenblatt (pdf, 7S.) von Infodrog.

Komorbidität von Substanzkonsum und psychische Störungen in Europa: Die Publikation "Comorbidity of substance use and mental disorders in Europe" der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle EBDD steht online zum Download bereit. (11/2015)