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Aktuell

SuchtMagazin Nr. 6|2017SuchtMagazin Nr. 1|2018 - Human Enhancement: Seit jeher suchen wir Menschen unsere Fähigkeiten zu verbessern und unser Aussehen zu optimieren. Mit den neuen Möglichkeiten in Medizin, Pharmazie und (Informations-) Technologie, der Individualisierung und Leistungsgesellschaft erhält das Human Enhancement einen immer wichtigeren Stellenwert, wird bisweilen zum Zwang und zur Sucht. Und es wirft viele Fragen auf: gesundheitliche, moralisch-ethische, rechtliche, ökonomische, gesellschaftliche. Solche Fragen sowie die Möglichkeiten und Notwendigkeit von Prävention und Schadensminderung werden in der aktuellen Ausgabe des SuchtMagazin aus verschiedener Perspektive und anhand unterschiedlicher Ausprägungen des Enhancements diskutiert. Der Beitrag (pdf, 7S.) «Technisch unterstütztes Enhancement im Alter» von Alexander Seifert steht zum Download bereit.
--> Zum Inhalt und Bestellmöglichkeit der Ausgabe.

Suchtpolitik

Geldspielgesetz - Infoset-Seite zum Gesetz
Das neue Geldspielgesetz kommt am 10. Juni zur Abstimmung
: Im März 2012 hat das Stimmvolk mit grosser Mehrheit dem Verfassungsartikel über Geldspiele zugestimmt. Nun geht es um die Umsetzung: Das vom Parlament verabschiedete Geldspielgesetz sieht unter anderem vor, dass Schweizer Casinos auch im Internet Geldspiele anbieten können. Dafür sollen ausländische Geldspielangebote gesperrt werden. Verschiedene Jungparteien haben das Referendum dagegen ergriffen. Neu geregelt wird mit dem Geldspielgesetz auch die Besteuerung von Geldspiel-Gewinnen. Der Bundesrat, das Parlament und die Kantone empfehlen in der Abstimmung am 10. Juni 2018 ein Ja zum Geldspielgesetz. Beitrag auf SRF, Beitrag auf 20 Minuten. Gemeinsame Medienkonferenz zum Thema Geldspielgesetz von BR. S. Sommaruga, dem EJPD und FDKL. Medienmitteilung (pdf, 3S.) des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD).

Geldspielgesetz - Koalition zum Schutz der SpielerInnen lehnt Referendum ab: Die Koalition lehnt das Referendum gegen das Geldspielgesetz ab. Angesichts der Argumentation und der Zusammensetzung der Referendumskomitees befürchtet sie bei einer Neuauflage des Gesetzes eine noch weitergehende Liberalisierung des Online-Geldspielmarktes. Medienmitteilung der Koalition.

Wer die Befürworter des Geldspielgesetzes unterstützt: Bisher mussten sich vor allem die Gegner des Gesetzes, über das am 10. Juni abgestimmt wird, Vorwürfe machen lassen. Sie hatten das Referendum nur dank finanzieller Unterstützung durch ausländische Anbieter von Onlinegeldspielen zustande gebracht (Artikel im Abo+ auf tagesanzeiger.ch). Doch auch auf der Gegenseite sind potente Interessen am Werk. Neben den Casinos legen sich vor allem die beiden Lotteriegesellschaften der Kantone, Swisslos und Loterie Romande, vehement für das Gesetz ins Zeug, das sie selber mitgeprägt haben. Artikel auf tagesanzeiger.ch.


Tabakproduktegesetz - Infoset-Seite zum Gesetz

Vernehmlassung zum Tabakproduktegesetz 2.0:
Auf Druck einer Mehrheit von National- und Ständerat verzichtete der Bundesrat im neuen Vorentwurf zum Tabakproduktegesetz auf wirksame Massnahmen gegen Tabakwerbung und -sponsoring. Die Allianz für ein starkes Tabakproduktegesetz fordert deshalb, zusammen mit 16 Organisationen, eine Überarbeitung der Vorlage, Medienmitteilung der Allianz. Auch Public Health Schweiz (Vernehmlassungsantwort) und die Allianz Gesunde Schweiz (Vernehmlassungsantwort) fordern eine grundlegende Überarbeitung. Artikel auf NZZ Online.

Tabakproduktegesetz - Aargau will Snus nicht legalisieren: Die Aargauer Regierung begrüsst den Entwurf zum neuen Tabakgesetz, das der Bundesrat in die Vernehmlassung gegeben hat. Tabakprodukte seien besondere Konsumgüter, die auch bei bestimmungsgemässem Gebrauch Gesundheitsrisiken nach sich zögen. Mit ganz allen Vorschlägen aus Bern einverstanden ist die Regierung aber nicht. Kritisch steht sie der Legalisierung von Snus gegenüber. Damit sei mit neuen Tabakkonsumierenden zu rechnen, ohne dass die Zahl der Rauchenden deswegen zurückgehen würde, befürchtet man in Aarau. Artikel der Aargauer Zeitung

Tabakproduktegesetz - Ein Umdenken ist erforderlich: Die bisherige Geschichte des Tabakproduktegesetzes zeigt, wie wenig im Parlament das Ausmass der gesundheitlichen Folgen des Tabakkonsums wahrgenommen wird. Es geht nicht um gelegentliche gesundheitliche Nebenerscheinungen einer in der Bevölkerung traditionell verankerten Gewohnheit, sondern darum, ob das Parlament weiterhin mit einem Wirtschaftszweig zusammenarbeiten soll, dessen Produkt bei einer Mehrzahl seiner Kunden zu Abhängigkeit und bei der Hälfte zu tödlichen Krankheiten führt. Die Ärzteschaft ist sich der Problematik bewusst, und der praktizierenden ÄrztInnen bieten sich Möglichkeiten, in und ausserhalb der Praxis zur Meinungsbildung beizutragen. Artikel in der Schweizerischen Ärztezeitung.


Experimente mit Cannabis sollen legal werden:
Der Ständerat will Studien mit Cannabis ermöglichen. Die Motion von Roberto Zanetti (SP/SO) fordert einen Experimentierartikel im Betäubungsmittelgesetz. Wegen mangelnder Rechtsgrundlagen erteilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) vergangenes Jahr keine Bewilligung für eine wissenschaftliche Studie zu Cannabis. Die Universität Bern hatte erforschen wollen, wie sich eine Legalisierung auf die Konsumenten und den Markt auswirkt. Im Nationalrat liegt das Thema ebenfalls auf dem Tisch, mehrere Vorstösse sind eingereicht. Die grosse Kammer wird nun als nächstes über Zanettis Motion befinden. Ratsprotokoll vom 15. März. Artikel auf SRF, Beitrag auf 10vor10. (Infoset berichtete)

Volksinitiative - Werbeverbot soll Kinder und Jugendliche vor Tabak schützen: Die Initiative "Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung" will ein Werbeverbot in der Verfassung verankern: Untersagt werden soll jede Art von Werbung für Tabakprodukte, die Kinder und Jugendliche erreicht. Zudem soll der bestehende Artikel zur Kinder- und Jugendförderung um den Gesundheitsschutz ergänzt werden. Artikel der Basellandschaftlichen Zeitung,  Video-Beitrag auf tagesanzeiger.ch, Kommentar auf tagesanzeiger.ch. www.kinderohnetabak.ch

Österreich - Regierung kippt Rauchverbot: In Österreich darf weiterhin in vielen Kaffee- und Wirtshäusern geraucht werden: Die Regierung hat ein für Mai geplantes Verbot zurückgenommen - mit mehreren fragwürdigen Begründungen. Weiter dürfen ab 2019 Tabakwaren nur noch an Volljährige verkauft werden. Ausserdem wird in Autos das Rauchen verboten, wenn Kinder und Jugendliche mit darin sitzen. Artikel auf Spiegel Online, Artikel auf Zeit Online.

Österreich - Fast 600.000 unterschreiben für rauchfreie Lokale: Fast 600.000 Österreicher machen gegen die rechtskonservative Regierung mobil, weil sie ein geplantes Rauchverbot in der Gastronomie gekippt hat. Das seien weit mehr Stimmen, als zur Einleitung eines offiziellen Volksbegehrens für rauchfreie Lokale notwendig seien, teilten die Initiatoren mit. Für eine Debatte im Wiener Parlament hätten schon 100.000 Unterschriften gereicht. Artikel auf Spiegel Online

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Kinder & Jugendliche

Suchtprävention und Jugendschutz zeitgemäss gestalten: Die Nationale Arbeitsgemeinschaft Suchtpolitik NAS-CPA hat im März 2018 die Grundposition "Suchtprävention und Jugendschutz zeitgemäss gestalten" verabschiedet. Mit diesem Dokument (pdf, 4S.) legt die NAS-CPA ihre Grundposition zur Suchtprävention und zum Jugendschutz dar, definiert Begriffe und formuliert Voraussetzungen für eine zeitgemässe Ausgestaltung der Suchtprävention und des Jugendschutzes aus ihrer Sicht.

Deutschland - Social-Media Abhängigkeit bei Jugendlichen: Eine Studie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf kommt zu dem Ergebnis, dass in Deutschland etwa 100.000 Kinder und Jugendliche von sozialen Medien abhängig seien. Das bedeutet, dass 2,6% der Jugendlichen in Deutschland die Kriterien für eine Abhängigkeit nach der Social Media Disorder Scale erfüllen. Für die Studie wurden 1.001 Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren befragt. Mithilfe der neun Fragen umfassenden und von niederländischen Forschern entwickelten sogenannten Social Media Disorder Scale wurden hierbei Rückschlüsse auf die Abhängigkeit der Befragten geschlossen. Medienmitteilung der DAK-Krankenkasse.

Forschungsprojekt "Pflegende Kinder und Jugendliche"- Interviewpartner gesucht: Das Projekt «Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene als pflegende Angehörige in der Schweiz» von Careum erforscht quantitativ und qualitativ die Natur und Charakteristik von pflegenden Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Schweiz. Die Studie, die vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt wird, füllt damit eine wichtige nationale und internationale Forschungslücke. Für das Projekt werden betroffene Familien, die über ihre Erfahrungen sprechen möchten, gesucht. Mehr Informationen zu den Interviews sind in einem Flyer (pdf, 2S.) erhältlich.

Kinder und Jugendschutz im Schweizer Fussball: Der Schweizerische Fussballverband (SFV) und Pro Juventute präsentieren ihr neustes gemeinsames Konzept für Kinder- Jugendschutz im Schweizer Fussball. Oberstes Ziel ist für die beiden Kooperationspartner, die Integrität von Trainerinnen, Trainern sowie Kindern in den SFV-Vereinen zu stärken und zu schützen. Medienmitteilung der Pro Juventute.

Focus on Youth, Football & Alcohol FYFA: Die FYFA wird die Politik in den Bereichen Jugend, Sport, Marketing und Alkohol unter besonderer Berücksichtigung des Fussballs auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene überprüfen. FYFA ist eine europäische Initiative und hat ihren Sitz bei Eurocare.
www.fyfaproject.eu

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Nightlife und Freizeitdrogenkonsum

Konsum von psychoaktiven Substanzen in der Freizeit: Der vorliegende Bericht (pdf, 30S.) von Infodrog untersucht die Daten der Befragungen von Freizeitdrogenkonsumierenden aus dem Jahr 2016. Die Ergebnisse bieten detaillierte Einblicke in das Konsumverhalten und die damit zusammenhängende Problemlast bei Freizeitdrogenkonsumierenden.

Nightlife und Freizeitdrogenkonsum - Coordination Nationale: Die Coordination Nationale ist die gemeinsame Veranstaltung der Fachgruppen der beiden Fachverbände (Fachverband Sucht und GREA) im Bereich Nightlife und Freizeitdrogenkonsum und wird von Infodrog koordiniert. Der Bericht (pdf, 3S.) zur Veranstaltung 2018 ist vorhanden.

Internationaler Überblick über die Drug Checking-Angebote: In diesem Bulletin werden 31 Drug Checking-Angebote vorgestellt, die von 29 Organisationen in 20 Ländern Europas, Amerikas und Australiens betrieben werden. Bulletin des Drug Policy Modelling Program.

Drugscout - Professionelle Begleitung während des Drogenkonsums: Die Berliner Party-Szene diskutiert derzeit über eine Spiegel-Reportage (kostenpflichtig), die vom Tod einer jungen Frau im Berliner Club Berghain berichtet. Ihr Tod - verursacht durch eine Überdosis Ecstasy - wirft Fragen auf: Hätte sie gerettet werden können? Wer trägt in Notfällen dieser Art die Verantwortung? Und wie lassen sich die Risiken, die mit dem Konsum illegaler Substanzen einhergehen, verringern? Der Leipziger Daniel Graubaum setzt sich als "Drugscout" seit mehr als zehn Jahren für mehr Sicherheit in der Partyszene ein. Artikel der Süddeutschen Zeitung.

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Strassenverkehr

Viele Unfälle wegen Medikamenteneinfluss: Laut einer Umfrage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) unterschätzen viele Kfz-Lenker die Gefahren, die durch Einnahme von Medikamenten im Strassenverkehr entstehen, obwohl laut Expertenschätzungen bis zu 30 Prozent der zugelassenen Medikamente Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit haben. Laut KfV könnten demnach zwischen 8 und 25 Prozent aller Verkehrsunfälle direkt oder indirekt auf Medikamenteneinnahme zurückzuführen sein, in absoluten Zahlen wären das zwischen 3000 und 9000 Unfälle. Beitrag auf praevention.at.

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Alkohol

Hohe Verfügbarkeit von Alkohol führt vor allem bei Armen zu höherem Konsum: Menschen mit niedrigen Einkommens konsumieren mit höherer Wahrscheinlichkeit viel Alkohol, wenn dessen Verfügbarkeit hoch ist. Demgegenüber wird der Alkohol-Konsum bei den hohen Einkommensgruppen von der Zahl der Verkaufsstellen in ihrer Nachbarschaft weit weniger beeinflusst. Die Ergebnisse des Forscherteams der Universität Edinburgh und Glasgow legen nahe, dass Massnahmen zur Reduzierung des Alkoholkonsums, die allein auf das Konsumentenverhalten abzielen, weniger aussichtsreich sind. Die Forscher argumentieren, dass ein radikaler Politikwechsel nötig wäre, um gegen die gesundheitliche Ungleichheit bei den alkoholbedingten Schäden vorzugehen. Die Veränderungen sollten die Reduzierung der Verfügbarkeit von Alkohol beinhalten. Beitrag auf BBC, Artikel auf nacoa.de. In Schottland werden auf den 1. Mai Mindestpreise auf Alkoholika eingeführt, Artikel auf BBC.

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Cannabis & THC

Wer Cannabis liberalisiert, schützt die Jugend: Seit einem Jahr darf jeder Arzt in Deutschland legal Cannabis verschreiben. In Kalifornien sind seit Beginn dieses Jahres Cannabisprodukte auch legal erhältlich, und ab Juli wird Cannabis in ganz Kanada legal erhältlich sein. Damit wird erstmals in einem OECD- und G7-Staat nicht nur der Konsum, sondern auch der Anbau von Cannabis legalisiert. Weltweit zeichnet sich ab, dass immer mehr Staaten auf der Welt diesem Trend folgen. Beitrag auf Zeit Online.

Deutschland - Seit einem Jahr gibt es Cannabis in der Apotheke: "Gras" aus der Apotheke - das ist seit einem Jahr in Deutschland möglich. Dazu braucht man einen Arzt, der es verschreibt und frische Ware. Doch Patienten klagen: Genau bei diesen Punkten hake es noch gewaltig, Artikel auf Deutsche Welle, Artikel auf Spiegel Online. Bereits verdienen Unternehmen mit dem Cannabis bereits viel Geld. Und es soll mehr werden, Artikel auf Deutsche Welle

Cannabis-Anbau in Deutschland verzögert sich: Eigentlich sollte die Cannabis-Ernte für medizinische Zwecke in Deutschland im kommenden Jahr beginnen. Doch der Termin ist nach einem Urteilsspruch kaum noch zu halten. Artikel auf Spiegel Online

Steigt der THC-Gehalt, nimmt die Inanspruchnahme der Drogenhilfe zu: Die Verbreitung hochgezüchteter Cannabissorten hat Auswirkungen auf die Anzahl der Erstkontakte in der Drogenhilfe. Darauf verweist eine Studie aus den Niederlanden. Artikel auf drugcom.de

Legales Marihuana für die Niederländer: Schon seit Jahren wird in den Niederlanden über die Regulierung des Cannabisanbaus diskutiert. Der Verkauf von Marihuana wird zwar geduldet, der Anbau und der Handel sind aber verboten. Bisher hatten die Kunden von Coffeeshops häufig keine Kontrolle darüber, welche Inhaltsstoffe in ihren Produkten vorhanden sind. Nun soll in einem Experiment Cannabis unter staatlicher Kontrolle angebaut und verkauft werden. Beitrag auf NiederlandeNet

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Rauchen & Tabak

Tabak und Nikotin - Neue Fakten geben Orientierung: Der Nikotinmarkt verändert sich schnell: Neben der klassischen Zigarette werden vermehrt auch die Wasserpfeife, Snus und seit wenigen Jahren E-Zigaretten sowie Tabakprodukte zum Erhitzen konsumiert. Doch sind diese Produkte auch wirklich risikoärmer? Sucht Schweiz bringt nun Klarheit: In einem Factsheet-Dossier sind die neusten Forschungsergebnisse zu Inhalten, Verwendung und Gesundheitsfragen pro Produktekategorie übersichtlich dargestellt. Für Menschen, denen der Rauchstopp nicht gelingen will, kann der Umstieg auf alternative Produkte sinnvoll sein, aber die Verbreitung weiterer Produkte führt nicht automatisch zu einer Verbesserung der öffentlichen Gesundheit.

Informationen der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention at: Die aktuelle Ausgabe (pdf, 4S.) der at-informationen (Frühling 2018) steht zum Download bereit. Rauchstopp in der Apotheke; PatientInnen einfach und sicher zur Beratung bei der Rauchstopplinie anmelden; Aufbau des Vereins «Forum Tabakprävention und Behandlung der Tabakabhängigkeit in Gesundheitsinstitutionen Schweiz» FTGS.

Tabak-Atlas legt die Strategien der Zigarettenindustrie offen: 9730 Dollar hat die Tabakindustrie im Jahr 2015 an jedem Toten verdient. An jedem Menschen, der an den Folgen des Rauchens gestorben ist. Insgesamt machten die Unternehmen mehr als 62 Milliarden Dollar Profit, und insgesamt starben weltweit mehr als sechs Millionen Menschen an jenen Folgen. Weil in wohlhabenden Ländern weniger Menschen rauchen, erschliessen die Firmen neue Märkte. Besonders in Asien, dem Nahen Osten und Afrika versuchen die Tabakunternehmen, ihre Zigaretten besser unter die Leute zu bringen. In Niger, Lesotho und Mauretanien etwa steigt die Anzahl der Raucher seit Jahren kontinuierlich an. Beitrag mit Videomaterial auf tagesanzeiger.ch, https://tobaccoatlas.org/

US-Behörde will Nikotingehalt von Tabak drastisch senken: In den USA sollen Zigaretten künftig bis zu 80 Prozent weniger Nikotin enthalten und so weniger süchtig machen. Krebsforscher sprechen von einem revolutionären Schritt - geben aber zugleich eine Warnung aus. Studien zeigen, dass Menschen weniger rauchen und eher versuchen aufzuhören, wenn sie zu Zigaretten wechseln, die sehr wenig Nikotin enthalten. Demnach könnte eine Reduzierung des Nikotingehalts um 80 Prozent dafür sorgen, dass fünf Millionen Menschen in den USA innerhalb eines Jahres das Rauchen aufgeben. Artikel auf Spiegel Online.

Historische Tabakwerbung - Kippen, Drinks – und alle so: "Yeah!": Rauchen als tolles Lebensgefühl? Früher war Zigaretten- und Alkoholwerbung bunt, gesellig oder elegant. Alte Plakate zeigen Werbung, wie sie heute nicht mehr denkbar ist. Werbebilder auf Zeit Online

Zerstört Panikmache den Ruf der E-Zigarette? E-Zigaretten könnten Rauchern helfen, gelten aber als Einstiegsdroge für Tabak. Eine Studie warnt nun erneut vor immensen Schäden. Leider ist das ziemlich fragwürdig meint eine kommentierende Analyse in der Wochenzeitung Zeit.

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Kokain

Kokain-Konsum in St. Gallen innert fünf Jahren beinahe vervierfacht: Schweizer Städte gehören europaweit zu den Spitzenreitern beim Kokainkonsum am Wochenende: Nicht nur in Zürich, auch in St. Gallen wird besonders viel gekokst. Hier verdoppelte sich im Abwasser die Menge der Koks-Rückstände innert Jahresfrist. Das zeigt eine Studie der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle, die in 56 europäischen Städten Abwasser untersuchen liess, Video-Beitrag der Rundschau (10 Min.), Artikel auf SRF. An der «Rundschau»-Theke diskutierte Sandro Brotz mit Andrea Caroni, FDP-Ständerat aus Appenzell Ausserrhoden. Er vertritt die Haltung, man müsse den Kokain-Markt in der Schweiz liberalisieren, Video-Beitrag, Artikel auf SRF.

Studie zur Kokainabhängigkeit: Studienteilnehmende gesucht: Bislang gibt es weltweit noch kein zugelassenes Medikament zur Therapie der Kokainabhängigkeit. In den Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel und in der Psychiatrischen Universitätsklinik (PUK) Zürich wird eine internationale, multizentrische Studie durchgeführt, welche die Effektivität eines neuen Wirkstoffs zur Behandlung der Kokainabhängigkeit untersucht. Der chronische Gebrauch von Kokain führt im Hirn zu einem gestörten Antrieb im Glutamat-Kreislauf, welcher bei der Kokainabhängigkeit eine wichtige Rolle spielt und durch die Einnahme dieses Wirkstoffs wiederhergestellt werden soll. Versuche im Tiermodell haben gezeigt, dass der Wirkstoff den Kokainkonsum reduzieren kann. In dieser Studie, soll nun zum ersten Mal evaluiert werden, ob dieser Wirkstoff den Kokainkonsum auch bei kokainabhängigen Personen positiv beeinflusst. Für die Studie werden Personen von guter Gesundheit gesucht, die Kokain über die Nase konsumieren. Studieninteressierte können sich gerne an die Studienteams wenden (Basel: info.Kokainstudie@upkbs.ch, Zürich: Kokain-Studie@bli.uzh.ch).

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Weitere Substanzen

Für die Entkriminalisierung aller psychoaktiver Substanzen: Psychiater Thilo Beck betreut in Zürich Drogensüchtige. Er setzt sich gegen die Stigmatisierung von Abhängigen ein und fordert die Regulierung aller psychoaktiven Substanzen. Ein Interview auf bluewin.ch

Halluzinogene - Psilocybin-Rätsel vor Lösung? Die Wirkstoffe Psilocybin und Psilocin, die in manchen Pilzarten enthalten sind, verursachen beim Konsum LSD-ähnliche, halluzinogene Wirkungen. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Warum Pilzarten, die oft nicht näher verwandt sind, diese Wirkstoffe produzieren, war bislang aber ein Rätsel. Dieses könnte nun vor der Lösung stehen. Artikel auf praevention.at

Nasenspray - Wie gefährlich ist die Sucht? Mindestens 100.000 Deutsche sind laut Schätzungen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen DHS abhängig von Nasenspray. Ihre Nasenschleimhaut hat sich so sehr an im Spray enthaltene, abschwellende Mittel wie Xylometazolin gewöhnt, dass es zum sogenannten Rebound-Effekt kommt: Schon kurz nach der Anwendung lässt die Wirkung nach, das Gewebe wird wieder dicker und der Patient braucht noch mehr von seinem Suchtmittel. Artikel auf hna.de. Weitere Informationen Nasenspray-Missbrauch sind der Publikation Medikamentenabhängigkeit (pdf, 192S.) der DHS erhältlich.

Deutschland - Crystal Meth nur regional von Bedeutung: Der Konsum von Methamphetamin, auch bekannt als Crystal Meth, scheint in Deutschland nur in einzelnen Regionen eine Rolle zu spielen. Hingegen zählen neue psychoaktive Substanzen inzwischen zu den am meisten konsumierten illegalen Drogen nach Cannabis. Das zeigt eine repräsentative Studie mit regionalen Auswertungen einzelner Bundesländer. Beitrag auf drugcom.de

Berichte über neue psychoaktive Substanzen: Die Europäische Drogenbeobachtungsstelle EBDD und Europol haben zwei neue Berichte zu den Substanzen Methoxyacetylfentanyl und Cyclopropylfentanyl herausgegeben (auf Englisch).

Das Mittel hinter Amerikas Schmerz: In einigen Gliedstaaten nimmt der Heroinkonsum rasant zu. Am Anfang der Epidemie standen verschreibungspflichtige Schmerzmittel wie Oxycontin der US-Pharmafirma Purdue. Wie kam es zu dieser Entwicklung? Ausführlicher Beitrag der NZZ.
 

Verhaltenssüchte

Süchtig im Online-Casino - «Jetzt isch fertig»: Es braucht wenig – und schon befindet man sich auf dem Smartphone online im Casino. Eine Zugerin zockte so anderthalb Jahre lang und verlor rund 20'000 Franken. Aus lauter Verzweiflung über ihre Spielsucht wollte sie schon vor den Zug springen. Doch dann nahm sie eines Tages all ihren Mut zusammen und outete sich. Artikel auf zentralplus.ch

Deutschland - Schlupflöcher der illegalen Online-Casinos: Online-Casinos nutzen das deutsche Regelungs-Chaos für illegale Angebote. Nun schlagen Suchtforscher und Juristen Alarm. Artikel auf swp.de
 

 

Prävention

Mut zum Risiko: Das Erlernen eines kompetenten Umgangs mit Risiken ist aus suchtpräventiver Sicht mehrfach relevant. Sie dient dem Aneignen von personalen Ressourcen wie Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeitserwartung und hat so eine schützende Wirkung. Die aktuelle Ausgabe (01/2018) von laut & leise widmet sich dem Zusammenhang von Risikokompetenz und potentiell abhängig machenden Genussmitteln. Das Magazin wird herausgegeben von den Stellen für Suchtprävention im Kanton Zürich.

Hyperlink  Prävention
 

 

Beratung & Therapie

Anwendung von Wirkfaktoren in der Onlineberatung SafeZone.ch: Wie verlaufen Mailberatungen, welche Suchtthemen kommen zur Sprache? Wie gestalten die Fachpersonen eine Onlineberatung, damit Suchtproblematiken angegangen werden können? Welche Wirkfaktoren werden angewandt? Diesen Fragen geht eine Studie im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit BAG nach. socialdesign untersuchte hierzu den Verlauf und den Inhalt von über 1000 Mailberatungen, die im Zeitraum 2014 bis 2017 auf der Beratungsplattform SafeZone.ch durchgeführt wurden. Studie (pdf, 93S.) und Zusammenfassung (pdf, 5S.) stehen zum Download bereit.

Substitutionsbehandlung - Thema im aktuellen Drogenkurier: Im Mittelpunkt der ersten Ausgabe des Jahres 2018 steht das Thema "Substitutionsbehandlung", das aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet wird. Der Drogenkurier wird vom JES Bundesverband in Deutschland herausgegeben.

Lübecker Memorandum über die Zukunft der Suchtkrankenversorgung in in der Kritik: Das "Memorandum" (pdf, 10S.) der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG Sucht) zielt laut DG-SAS ganz offen auf einen vollständigen Umbau der Suchthilfe und Suchtprävention. Diese Umgestaltung würde das Ende von gleichberechtigten Angeboten der Sozialen Arbeit in der Suchthilfe in Deutschland bedeuten. Die Fragwürdigkeit des Papiers spiegelt sich in der fachlich einseitig von Medizin und Psychologie dominierten Zusammensetzung des Gremiums. Positionspapier (pdf, 7S.) der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit in der Suchthilfe DG-SAS. In einer ergänzenden Anmerkung (pdf, 2S.) zum Memorandum begrüsst die DG-SAS die Initiative der DG Sucht zu einer erneuten Diskussion über eine Entstigmatisierung der Suchterkrankungen und der so betroffenen Menschen.

Hyperlink  Beratung
 

 

Diverses

Jahrbuch Sucht 2018: Deutschland hat ein Alkoholproblem: Die Menschen in Deutschland konsumieren nach wie vor viel Tabak, viel Alkohol und viele illegale Drogen. Das geht aus der neuen Ausgabe des Jahrbuchs Sucht hervor. Der Alkoholkonsum in Deutschland ist laut den jüngsten Zahlen für 2016 leicht gesunken, um rund ein Prozent. Damit setzt sich ein Trend aus den vergangenen Jahren fort. Grund für eine Entwarnung sei das aber nicht, so die Autoren. Der Verbrauch habe sich nur von extrem hoch auf sehr hoch reduziert. Der Verbrauch von Tabakwaren ist 2017 leicht gestiegen. Grund dafür ist vor allem eine Zunahme beim Pfeifentabak. Hier stieg der Konsum im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Viertel. Medienmitteilungen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen DHS, Artikel auf Spiegel Online, Artikel auf Zeit Online.

Stigmatisierung und Selbststigmatisierung im Kontext von Suchterkrankungen: In allen Nationen, Kulturen, Religionen sowie in allen sozialen Schichten und Hierarchieebenen finden sich Suchtkrankheiten. Störungen des Substanzmissbrauchs stellen mit einer Prävalenz von 16,6 Prozent der erwachsenen Gesamtbevölkerung die grösste Gruppe psychischer Störungen dar. Trotz der hohen Anzahl werden Suchtkranke häufig ausgegrenzt, diskriminiert und stigmatisiert. Der Stigmatisierungsprozess ist ein komplexes Phänomen von Wechselwirkungen zwischen den Betroffenen und der Gesellschaft. Dabei nehmen meist historisch entstandene und nicht hinterfragte Vorstellungen von Normalität und Normabweichung eine entscheidende Rolle ein. Artikel auf Konturen.
 

Agenda

Neu aufgeschaltete oder aktualisierte Veranstaltungs- und Weiterbildungshinweise
Der vollständige Veranstaltungskalender ist auf der Website von Infoset erhältlich.

Multiplikatoren-Fortbildung zum Thema „Kinder aus suchtbelasteten Familien“
Eine Fortbildung für Fachleute, die sich im Bereich der Sensibilisierung anderer Fachpersonen und Berufsgruppen engagieren möchten
29. und 30. Mai 2018, Zürich
Die Weiterbildung wird von Sucht Schweiz angeboten

Austauschplattform QuaTheDA-E - Ergebnisqualität
Die Plattform richtet sich an Qualitätsverantwortliche, Institutionsleitungen, Fachpersonen, Behörden, Forschende und weitere Interessierte.
19. Juni 2018, Bern
Die Veranstaltung findet bei Infodrog statt

Hepatitis C in der Grundversorgung und in der Drogen- und Alkoholbehandlung
Dieser Kurs richtet sich an Ärzte, Pflegefachpersonen, Suchtspezialisten und andere medizinische Fachleute, die mit intravenös Drogenkonsumierenden arbeiten.
28. Juni 2018, Zürich
Ein Angebot des International Network on Hepatitis in Substance Users INHSU

Grundkurs für den Einstieg in das Arbeitsfeld Suchthilfe
Weiterbildung am Schweizer Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung ISGF
22. und 23. Oktober 2018, Zürich
Ausschreibung

Human Enhancement. Debating a Social Challenge
Die Veranstaltung richtet sich an ein an bioethischen Fragestellungen interessiertes Publikum. Sie zielt darauf, die öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema in der Schweiz zu fördern und Wissenschaft, Politik und Gesellschaft für die damit verbundenen Fragestellungen zu sensibilisieren.
8. & 9. November 2018, Zürich
Eine Tagung der Nationalen Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin NEK

AT-Tagung 2018
Tagung der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention AT
29. November 2018, Bern
Ankündigung
 

 

Redaktion Infoset

Französischsprachige Version
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