ABONNIEREN SIE DEN NEWSLETTER!

Suchtpolitik in der Schweiz

Ein wirksames Tabakproduktegesetz zum Schutze Minderjähriger: Die Schweizer Parlamentarier haben die einzigartige Chance, mit einem starken Tabakproduktegesetz auf Jahrzehnte hinaus einen grossen und positiven Einfluss auf die Gesundheit und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu nehmen. Damit können sie auch einen langfristigen Beitrag zur Gesundheit der Schweizer Bevölkerung und zur Senkung von Gesundheitskosten leisten, da Tabakprodukte die grösste vermeidbare Ursache für Krebs-, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen darstellen. Gastkommentar von Milo Puhan (Präsident Swiss School of Public Health) in der NZZ.

Kritik an Schweizer Cannabispolitik: Der ehemalige Zürcher Drogenbeauftragte Michael Herzig gilt als Kenner der Schweizer Drogenpolitik. In einem neuen Buch kritisiert er den Umgang des Staates mit Cannabis aufs Schärfste. Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung, Beitrag auf SRF.

Cannabis-Versuch auch in Winterthur gefordert: Die Forderung nach einem Testversuch des grünen Krautes ist in der Stadt Winterthur ein politischer Evergreen. Diesmal möchte der Winterthurer Gemeinderat einen Cannabis-Pilotversuch durchführen lassen. Er forderte den Stadtrat vergangene Woche dazu auf, eine entsprechende Umsetzung zu prüfen. Artikel auf tagesanzeiger.ch

Aargauer Geldspielgesetz wird den Bundesbestimmungen angepasst: Die Aargauer Regierung unterbreitet das überarbeitete Geldspielgesetz dem Kantonsparlament. Notwendig wurden die neuen kantonalen Bestimmungen, weil Anfang Jahr ein neues Bundesgesetz in Kraft getreten ist. Artikel auf bazonline.ch

Basel-Stadt - Suchtmittelkonsum von Jugendlichen nimmt ab: 15- bis 16-jährige Jugendliche in Basel-Stadt konsumieren deutlich weniger Zigaretten, Cannabis und Alkohol. Das zeigt der heute veröffentlichte Jugendgesundheitsbericht (pdf, 8S.) zum Suchtmittelkonsum über einen Zeitverlauf von elf Jahren. Medienmitteilung des Kantons. Artikel auf bzbasel.ch

Hyperlink  Suchtpolitik
 

 

Suchtpolitik International

Eine fortschrittliche Drogenpolitik ist ganz im Sinne von Kofi Annan: In Genf treffen sich diese Woche Vertreter aller Länder zur Weltgesundheitsversammlung. Einer jedoch, der viel dafür getan hat, dass die Weltgemeinschaft sich brennender Gesundheitsprobleme annimmt statt sie zu ignorieren, wird fehlen: Kofi Annan verstarb letzten Sommer. Eine Veranstaltung im UNO-Gebäude wird seiner gedenken. Seine Überzeugungen, sein Einsatz bleiben Ansporn für eine Gesundheitspolitik im Dienste aller, ohne Diskriminierung aufgrund des Einkommens oder von Vorurteilen. Beitrag von Ruth Dreifuss im Tages Anzeiger.

Paris verbietet das Rauchen in Dutzenden Grünanlagen: Frankreichs Hauptstadt sagt den Kippen den Kampf an: Ab dem 8. Juni darf in insgesamt 52 Parks und Gärten von Paris nicht mehr geraucht werden. Nach der versuchsweisen Einführung von sechs Nichtraucherparks im vergangenen Juli werde die Massnahme auf 46 weitere Grünflächen ausgeweitet, teilte die Stadtverwaltung mit. Damit gelte künftig in zehn Prozent der Pariser Grünflächen Rauchverbot. Artikel auf Spiegel Online.

Berlin streitet über Dealer-Zonen im Görlitzer Park: Seit Jahren streitet Berlin über die offene Drogenszene im "Görli", dem Görlitzer Park im Stadtteil Kreuzberg. Nun hat ein neuer Vorstoss große Aufregung ausgelöst: Mit rosaroten Linien sollen künftig Stehplätze für Dealer markiert werden, um deren Aktivitäten zumindest räumlich zu begrenzen. Die Empörung ist gross. Artikel auf Spiegel Online, Artikel auf Zeit Online.

Opioidkrise in den USA befeuert eine Epidemie von Infektionskrankheiten: Hepatitis C, HIV oder Gonorrhöe nehmen zu, weil Drogensüchtige diese Erreger oftmals unwissentlich verbreiten. Dadurch steigt auch das Ansteckungsrisiko für Nichtsüchtige. Zudem verschärft sich das Problem der Antibiotikaresistenzen. Artikel auf NZZ Online.

Opioid-Krise in Amerika - Wenn Ärzte süchtig machen: Amerika erlebt eine verheerende Rauschgift-Krise. Besonders pikant: Mediziner spielen in dieser Tragödie eine bemerkenswerte Rolle. Jeden Tag sterben in den Vereinigten Staaten 115 Menschen an einer Überdosis opioidhaltiger Mittel. Für viele Opfer bahnte das Schmerzmittel Oxycontin der Pharmafirma Purdue den Weg in die Abhängigkeit. Artikel der FAZ.

Kanada führt Plain Packaging ein: Ab dem 9. November 2019 gehen Zigaretten in Kanada nur noch in einer einheitlichen, braunen Verpackung über den Ladentisch. Das gab die kanadische Gesundheitsbehörde am 1. Mai bekannt. Mit der Einführung von Einheitsverpackung (Plain Packaging) soll die Attraktivität des Rauchens sinken. Mitteilung der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention.

Markant mehr Erst-Kiffer seit Cannabis-Legalisierung in Kanada: Seit der Legalisierung von Cannabis in Kanada im Oktober 2018 hat sich die Zahl der Erstkonsumenten laut einer offiziellen Studie fast verdoppelt. In den ersten drei Monaten des Jahres konsumierten 646'000 Menschen nach eigenen Angaben zum ersten Mal Cannabis. Beitrag auf tagesanzeiger.ch

Hyperlink  Suchtpolitik
 

 

Alter

Stakeholderkonferenz «Gesund altern – ein Widerspruch?»: Am 6. Mai 2019 fand in Bern die gemeinsame Stakeholderkonferenz der beiden nationalen Strategien NCD sowie Sucht zum Thema «gesundes Altern» statt. Die Präsentationen stehen zum Download bereit.

Gesundes Altern: Das aktuelle Spectra 124 vom Bundesamt für Gesundheit BAG hat den Schwerpunkt "Gesund altern". Zudem hat Spectra online zu diesem Thema ältere Menschen befragt. Hier geht es zu den Interviews.

Suchtmittelkonsum und Abhängigkeiten in Alterszentren: Das Konzept (pdf, 26S.) «Genuss, Suchtmittelkonsum und Abhängigkeiten in Alterszentren» wurde vom Fachverband Sucht in Zusammenarbeit mit Infodrog sowie Akteuren aus der Alterspflege, der -betreuung und der Suchthilfe erarbeitet und gibt den Institutionen aus dem Pflege- und Betreuungsbereich und ihren Mitarbeitenden einen inhaltlichen und formalen Rahmen im Umgang und in der Betreuung älterer oder alternder Menschen mit Suchtproblematiken.

Alkohol - Die Risiken im Alter werden durch Medikamente verstärkt: Sieben Prozent der 65- bis 74-Jährigen in der Schweiz trinken chronisch risikoreich – das ist mehr als in jüngeren Altersgruppen. Aber auch moderater Alkoholkonsum kann bei älteren Menschen heikel sein, da ihr Körper Alkohol weniger gut verträgt und weil Wechselwirkungen mit Medikamenten auftreten können. Dossier von Sucht Schweiz.

Empfehlungen der WHO zur Vorbeugung von Demenz: Wer sich mehr bewegt, mit dem Rauchen aufhört und weniger riskant Alkohol trinkt, kann damit auch einer Demenzerkrankung vorbeugen: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zum ersten Mal entsprechende Leitlinien veröffentlicht und dabei auch auf einen Zusammenhang von Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck mit Demenz hingewiesen. Den Staaten und Akteuren im Gesundheitswesen rät die WHO, in diesen Bereichen gegenzusteuern. Medienmitteilung der WHO, Artikel auf Spiegel Online.

Hyperlink  Sucht im Alter
 

 

Freizeit & Nightlife

Befragung "Wirkung Drug-Checking": Für die Interface-Studie zu den Wirkungen von Drug-Checking steht ab sofort der Online-Fragebogen zur Verfügung. Die Befragung erfolgt anonym und dauert rund 10 Minuten. Mit dem Ausfüllen des Fragebogens unterstützen sie die Weiterentwicklung der Drug-Checking Angebote. Die Studie wird im Auftrag des BA für Gesundheit durchgeführt.

Freizeitdrogenkonsum in der Schweiz: Der vorliegende Jahresbericht (pdf, 10S.) «Freizeitdrogenkonsum in der Schweiz» bietet eine Übersicht über Aktivitäten und Projekte der Prävention und Schadensminderung für die Zielgruppe der Freizeitdrogenkonsumierenden.

Genf schafft erstes Drug-Checking-Angebot in der Romandie: In Genf sollen Freizeitkonsumierende Drogen vor dem Konsum ab Juni in einem stationären Labor anonym überprüfen können. Das Angebot ist eine Premiere in der Romandie. Der Drogen-Check ist gratis und komplett anonym. Das Angebot richte sich an Gelegenheitskonsumierende, die wissen wollten, was sie schluckten und welche Risiken sie damit in Kauf nähmen. Artikel auf swissinfo.ch

Hyperlink  Nightlife
 

 

Jugend

feel-ok.ch wird 20 Jahre alt: feel-ok.ch ist mittlerweile ein beliebtes und etabliertes Hilfsangebot: Mehr als 2'000 junge Menschen suchen täglich auf feel-ok.ch Antworten auf ihre Fragen und werden dabei fündig, weil das Fachnetzwerk aus 40 Organisationen regelmässig Aktualität und Korrektheit der Inhalte prüft. Das inhaltliche Angebot der Webplattform umfasst mehr als 30 jugendrelevante Themen. Die Geschichte von 20 Jahre feel-ok.ch, www.feel-ok.ch

Aufwachsen im digitalen Zeitalter: Der neue Bericht (pdf, 94S.) „Aufwachsen im digitalen Zeitalter“ der Eidgenössischen Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) befasst sich mit den Kompetenzen, die Kinder und Jugendliche benötigen, um in einer digitalen Welt aufzuwachsen, sich auszubilden, zu arbeiten und daran teilzuhaben. Der Bericht schliesst mit den Forderungen der EKKJ, die Ansätze für eine kinder- und jugendfreundliche Digitalisierung aufzeigen. Themenseite der EKKJ, Mitteilung Netzwerk Kinderrechte Schweiz.

Minderjährige vor besonders süchtig machenden Games schützen: Gewisse Games machen schneller süchtig als andere. Der Zugang zu diesen Videospielen muss eingeschränkt und kontrolliert werden. Dies ist die Hauptforderung des Fachverbands Sucht in seiner Stellungnahme zum Vorentwurf des Gesetzes über den Jugendschutz in Film und Videospielen. Der Fachverband Sucht hat seine Vernehmlassungsantwort diese Woche eingereicht. Medienmitteilung vom Fachverband Sucht.

Hyperlink  Jugendliche
Hyperlink  Kinder
 

 

Übertragbare Krankheiten

HIV früh erkennen und behandeln: Die Broschüre „HIV früh erkennen und behandeln. Ein Leitfaden für die Suchtmedizin“ soll ÄrztInnen dabei unterstützen, HIV zu thematisieren, einen HIV-Test anzubieten und gegebenenfalls den Therapiebeginn einzuleiten, um schwere Erkrankungen zu vermeiden. Der Leitfaden ist Teil der Kampagne „Kein Aids für alle – bis 2020!“. Ein Leitfaden der Deutschen Aidshilfe unterstützt Ärztinnen und Ärzte in der täglichen Praxis.

Hyperlink  Übertragbare Krankheiten
 

 

Alkohol

Weg vom Alkohol – wie sich der Körper erholt: Dass Alkohol ein Zellgift ist, ist mittlerweile bekannt. Doch seine unmittelbare Wirkung auf den Körper bleibt bis auf Rausch und Kater oft unerkannt. Wie wirkt sich Alkohol auf Magen, Darm und Leber aus? Beitrag von Nano auf 3SAT (an Minute 16:15)

Blackout nach Alkohol kann Vorbote einer Abhängigkeit sein: Rauschtrinken kann einen Blackout zur Folge haben. Das ist bekannt. Eine Längsschnittstudie aus der Schweiz weist nun darauf hin, dass der alkoholbedingte Filmriss möglicherweise Vorbote einer späteren Abhängigkeitsentwicklung ist. Artikel auf Drugcom.de

Deutschland: Rückläufiger Alkoholkonsum bei Jugendlichen: Der regelmässige Alkoholkonsum bei Jugendlichen in Deutschland geht laut einer Studie weiter zurück. Unter den 12- bis 17-Jährigen trinken aktuell 8,7 Prozent mindestens einmal pro Woche – ein neuer Tiefstand, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZgA am Mittwoch nach Umfragedaten von 2018 mitteilte. Im Jahr 2004 waren es noch 21,2 Prozent gewesen. Jedoch trinken sich wieder mehr junge Erwachsenen von 18 bis 25 Jahren in einen Alkoholrausch. Medienmitteilung der BZgA, Artikel der FAZ.

Weltweit wird immer mehr getrunken: Eine Auswertung von Daten aus 189 Ländern ergab, dass der Alkoholkonsum der Weltbevölkerung von 1990 bis 2017 um 70 Prozent gestiegen ist. Ursache waren das Bevölkerungszuwachs und der stärkere Konsum pro Kopf. Allerdings gab es grosse regionale Unterschiede. Während er beispielsweise in China, Indien und Vietnam stark wuchs, ist er in osteuropäischen Ländern von einem sehr hohen Niveau herab deutlich gesunken. In Deutschland beobachteten die Wissenschaftler eine Stagnation mit sinkendem Trend. Artikel der NZZ, Artikel auf Spiegel Online.

Hyperlink  Alkohol
 

Cannabis & THC

CBD: Kiffen für Streber? Cannabidiol-Produkte entspannen, ohne die Produktivität zu mindern – und auch der Kater am nächsten Morgen bleibt aus. CBD gibt es auch für Nichtraucher, und zwar in vielen Formen: In Deutschland bieten viele Apotheken CBD-haltige Öle und Kapseln an. Hanfläden verkaufen sie schon seit Jahren, dazu CBD-haltige Gummibärchen, Limonaden und Kosmetik. Ist der Hype um das neue Wundermittel berechtigt? Beitrag auf Zeit Online.

Hyperlink  Cannabis
 

Rauchen & Tabak

Gesundheitskommission des Ständerats veröffentlicht drei Tabakberichte: Die Minimalanforderungen zur Ratifikation der WHO-Tabakkonvention ist das Thema des ersten von drei Berichten. Die Aussage des Berichts ist deutlich: Die Regeln zu Werbung, Verkaufsförderung und Sponsoring, wie sie im jetzigen Entwurf des Tabakproduktegesetztes TabPG vorgesehen sind, erfüllen die Anforderung der Tabakkonvention nicht. Berichte Nr. 2 und 3 behandeln die «Regulierung alternativer Tabakprodukte im Ausland» und deren «Chancen und Risiken für die öffentliche Gesundheit». Der Hauptteil des Berichts zur Regulierung im Ausland ist eine tabellarische Zusammenstellung der Regeln in verschiedenen EU-Ländern, der EU selbst und den Vereinigten Staaten. Mitteilung vom Fachverband Sucht (mit Links zu den Berichten)

Welttag ohne Tabak - Lang lebe die Lunge: Der Welttag ohne Tabak am 31. Mai stellt die Lunge ins Zentrum. Denn unser Atemorgan leidet besonders unter den Folgen des Rauchens. Und: Fast alle Tabakprodukte schaden der Lunge, nicht nur die klassische Zigarette. Kampagnenseite der Weltgesundheitsorganisation WHO. Medienmitteilung der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention, Medienmitteilung von Sucht Schweiz, Medienmitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrum DKFZ.

Die Zukunft des Rauchens: Die Tabakindustrie investiert in tabakfreie Produkte – Trendwende oder falsches Spiel? Einerseits sollen E-Zigaretten den Rauchstopp erleichtern. Andererseits lockten sie in Amerikas Schulen Tausende Jugendliche in die Nikotinsucht. «Einstein» auf SRF1 (30 Minuten) geht dem Rauchen und seiner Zukunft auf den Grund.

Rauchen und Lungenerkrankungen: Tabakrauch ist ein Gemisch aus über 5 300 Substanzen, darunter zahlreiche giftige und 90 krebserzeugende oder möglicherweise krebserzeugende Stoffe. Rauchen schädigt nahezu jedes Organ des Körpers. Besonders stark zieht es die Atemwege in Mitleidenschaft: So erkranken Rauchende mit bis über 20 Mal höherer Wahrscheinlichkeit an Lungenkrebs als Nichtrauchende, wobei das Risiko mit steigendem Zigarettenkonsum zunimmt. Rund 85 Prozent aller Lungenkrebstodesfälle sind in Deutschland durch das Rauchen verursacht. Factsheet (pdf, 4S.) des Deutschen Krebsforschungszentrum DKFZ.

Sieben Antworten zum Umbruch auf dem Tabakmarkt: Die Tabakgesetzgebung in der Schweiz ist vergleichsweise liberal. In drei Kantonen dürfen auch unter 16-Jährige Zigaretten kaufen. Das soll nun anders werden. Eine Zusammenstellung der geplanten Änderungen und aktuellen Initiativen der NZZ.

Auf vielen Bahnsteigen hat es sich noch nicht ganz ausgequalmt: Ab Anfang Juni 2019 seien die Bahnhöfe in der Schweiz prinzipiell rauchfrei, hiess es Ende November 2018 von den Verantwortlichen. Nun zeigt sich: Die Raucherzonen auf den Perrons kommen schrittweise. An einigen Orten hat es sich deshalb erst Mitte 2020 ausgepafft. Artikel swissinfo.ch

E-Dampfer wollen nicht in die Raucherecke auf dem SBB-Perron: Die Konsumenten von elektronischen Rauchgeräten wollen nicht mit den Raucherinnen und Rauchern in den selben Topf geworfen werden. Durch die Verbannung in die Raucherecke wären sie dem Passivrauchen ausgesetzt, befürchten sie. Beitrag auf Swissinfo.

Monitoring zu E-Zigaretten und Tabakerhitzern in Deutschland: Die vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte "Deutsche Befragung zum Rauchverhalten" (DEBRA Studie) wird in den kommenden drei Jahren den Konsum von E-Zigaretten und Tabakerhitzern in der Bevölkerung und deren Zusammenhang mit dem Tabakrauchen im 2-Monats-Rhythmus untersuchen. Medienmitteilung der Drogenbeauftragten, www.debrastudy.wordpress.com

E-Zigaretten: Das kleinere Übel? Am besten sollte man weder Dampfen noch Rauchen. Zumindest darin sind sich die meisten einig. Allerdings sorgen Berichte über fehlende Langzeitstudien und mögliche Gesundheitsrisiken in den Sozialen Netzwerken häufig für sehr angeregte Diskussionen. Anhänger des elektrischen Rauches verweisen auf Vorteile gegenüber dem Tabak-Konsum. Stellen die Medien die E-Zigaretten und Verdampfer zu negativ dar? Welche Vorteile bringen die elektrischen Qualm-Alternativen im direkten Vergleich mit herkömmlichen Tabak-Zigaretten? Beitrag der Deutschen Welle DW.

Hyperlink  Tabak
 

 

Weitere Substanzen

Missbrauch opiatähnlicher Schmerzmittel nimmt auch in Europa deutlich zu: Zwischen 2011 und 2016 haben die Opioid-bedingten Todesfälle in den 25 OECD-Ländern, für die Daten vorliegen, um mehr als 20 Prozent zugenommen. In Deutschland sterben zwar bezogen auf die Bevölkerung weniger Menschen an Opioid-Missbrauch als in den meisten anderen OECD-Ländern. Dennoch werden vergleichsweise viele Opioide verschrieben und konsumiert. Deutschland sollte deshalb darauf achten, dass die Balance zwischen angemessenem, schmerzlinderndem Einsatz und dem zu vermeidenden Risiko einer Suchtentwicklung nicht verloren geht. Medienmitteilung der OECD.

Das Glück kommt, wenn das Ich schmilzt: Einige Menschen legen grosse Hoffnungen in psychedelische Drogen. Denn LSD und Psilocybin, die beide ihren Ursprung in Pilzen haben, zeigen starke Wirkungen bei Depressionen, Suchtproblemen und Angststörungen. Die Berichte sind erstaunlich: Krebskranke, die vor Todesangst wie erstarrt sind, verlieren ihre Angst und können ruhig sterben. Depressive fühlen zum ersten Mal seit Jahren wieder Glück. Manche Alkoholiker und Raucherinnen schaffen es, ihre Drogen fast schon beiläufig links liegen zu lassen. Und das alles dank eines einzigen, hoch dosierten und von einer Fachperson begleiteten LSD- oder Psilocybintrips. Zu gut, um wahr zu sein? Artikel der Wochenzeitung woz.

Die Deutschen und ihre Drogen: Am 26. Juni ist Weltdrogentag. Alljährlich warnt das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung vor den schädlichen Folgen des Drogenkonsums. In erster Linie werden damit illegale Drogen angesprochen. Doch die grössten gesundheitlichen Probleme werden in Deutschland vor allem durch die legalen Drogen Alkohol und Tabak sowie durch psychoaktive Medikamente verursacht. Beitrag auf Drugcom.de

Red Bull verleiht Herzstolpern: Energydrinks sind keine Zaubertränke, sondern Unsinn. Manch ein Sturztrinker soll schon gestorben sein. Umso bedenklicher, dass vor allem Jugendliche zugreifen. Beitrag auf Zeit Online.
 

Verhaltenssüchte

Computerspielsucht im ICD-11: Auf ihrer 72. Weltgesundheitsversammlung hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über die bereits im Sommer 2018 vorgestellten Vorschläge abgestimmt und das neue ICD-11 verabschiedet. Es wird im Jahr 2022 in Kraft treten. Dies bedeutet auch, dass Computerspielsucht (als „Gaming Disorder“) nun tatsächlich als diagnostizierbares Störungsbild und somit als Erkrankung anerkannt ist. Unter dem Code 6C51 können Ärzte mit dem neuen zukünftig eine Video- und Onlinespielsucht diagnostizieren. Diese beginnt für die WHO, wenn ein Mensch über mehr als zwölf Monate alle anderen Aspekte des Lebens dem Spielen unterordnet. Wenn er beispielsweise seine Freunde verliert oder seine Körperhygiene vernachlässigt. Medienmitteilung (pdf, 1S.) des Fachverband Medienabhängigkeit in Deutschland, Artikel auf Spiegel Online.

Glücksspiel: Online-Selbsthilfeintervention "Win Back Control": Viele problematisch oder pathologisch Spielende möchten ihr Glücksspiel unter Kontrolle bringen, reduzieren oder ganz aufgeben. Nicht allen fällt dies gleich leicht. In Ergänzung zum niederschwelligen Safer Gambling bietet Win Back Control nun einen 8-wöchigen Onlinekurs an, um diese Ziele zu erreichen. Mitteilung von Radix.
 

 

Schadensminderung

Schadensminderung im europäischen Vergleich: Der Bericht «The State of Harm Reduction in Western Europe» legt einen besonderen Fokus auf den Stand der Schadensminderung in der Schweiz. Die Schweiz verfügt im europäischen Vergleich über ein breit ausgebautes Netz an schadensmindernden Angeboten. Lücken bestehen vor allem in der regionalen Abdeckung sowie im Freiheitsentzug. Bericht (pdf, 34S.) von Harm Reduction International, Faktenblatt (pdf, 2S.) des BAG zur Schadensminderung in der Schweiz.

Substanzen in Spritzen: Untersuchung in 6 Ländern: Dieser Bericht stellt die Ergebnisse eines Forschungsprojektes vor, in welcher der Inhalt von gebrauchten Spritzen analysiert wurde. Dieser Ansatz kann lokale und zeitnahe Informationen liefern, die für die Überwachung und Interventionen auf Stadtebene genutzt werden können. Nebst Amsterdam, Budapest, Glasgow, Helisinki, Paris wurden auch die Spritzen in Lausanne untersucht. Ein Bericht der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle EBDD.

Hyperlink  Schadensminderung
 

Forschung & Statistik

Global Drug Survey: Der Global Drug Survey (GDS) ist die weltweit grösste Umfrage zum Thema Drogen – allerdings ist sie nicht repräsentativ. Anonym kann jeder über seinen Konsum von legalen und illegalen Suchtmitteln Auskunft geben. Der GDS vertritt die Haltung, dass Aufklärung die beste Präventionsstrategie darstellt. Bei der diesjährigen Befragung haben 123'814 Personen mitgemacht, aus der Schweiz 3666. Beitrag zu den Resultaten in der Schweiz auf watson.ch. www.globaldrugsurvey.com

Hyperlink  Forschung & Statistik
 

 

Neues zu und von Institutionen


Newsletter Infodrog
: Der Mai-Newsletter von Infodrog, der Schweizerischen Koordinations- und Fachstelle Sucht, ist soeben erschienen.
 

Diverses

Politikkohärenz als eine Triebkraft für Gesundheit: Gesundheit ist ein Menschenrecht und daher müssen die Staaten der Bevölkerung den zeitnahen Zugang zu erschwinglichen Gesundheitsleistungen in angemessener Qualität gewährleisten und für die zugrunde liegenden Determinanten von Gesundheit sorgen. Die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen bieten den Rahmen, um Politikkohärenz zugunsten von gesundheitlicher Chancengleichheit voranzutreiben.

Teilhabe als eine Triebkraft für gesundheitliche Chancengleichheit: Bei der sozialen Teilhabe geht es um die Einbeziehung der Bevölkerung in Entscheidungen, die ihre Gesundheit betreffen. Die Förderung dieser sozialen Innovation als eine allgemeine Regel der Politiksteuerung in sämtlichen Ressorts wäre eine zentrale Triebkraft für gesundheitliche Chancengleichheit. Speziell das Gesundheitswesen kann über den gesamten politischen Prozess – von der Diagnose bis zur Evaluation, von der Ebene der Gesundheitsversorger bis zur Ebene der Gesundheitssysteme und in Zusammenhang mit der Arbeit an ressortübergreifenden Strategien, Programmen und Aktivitäten – für mehr soziale Teilhabe sorgen. Eine Publikation der Weltgesundheitsorganisation.
 

Agenda

Neu aufgeschaltete oder aktualisierte Veranstaltungs- und Weiterbildungshinweise
Der vollständige Veranstaltungskalender ist auf der Website von Infoset erhältlich.

Sucht und Komorbidität
Update Sucht interdisziplinär 2019
29. August 2019, St. Gallen
Eine gemeinsame Veranstaltung (pdf) vom Gesundheitsdepartement des Kanton St. Gallen und dem Forum Suchtmedizin Ostschweiz FOSUMOS. Online-Anmeldeformular.

Lebensverlaufsansatz und Übergänge im Leben. Bedeutung für die Suchtprävention
3. September 2019
, Zürich
Der Präventionstag wird vom Fachverband Sucht organisiert. Programm und Anmeldung

Prev@Work - Suchtprävention in der Ausbildung
9. & 10. September 2019
, Zürich
Die Multiplikatorenschulung wird einmal jährlich von Sucht Schweiz angeboten.

Schulung Hepatitis C
Im Rahmen der Hepatitis C führt Infodrog in Zusammenarbeit mit ÄrztInnen Schulungen für Suchtfachleute, Gefängnispersonal, medizinisches Personal und KlientInnen durch.
16. September 2019, Bern
Ankündigung

Pornostress
21. September 2019
, Zürich
Fachtagung zum Thema Pornografienutzung. Die Tagung wird vom mannebüro züri und Partnern organisiert.
www.mannebuero.ch/fachtagung/

28. Fachtagung Management in der Suchttherapie
25. & 26. September 2019,
Kassel
Eine Veranstaltung des Bundesverbandes für stationäre Suchtkrankenhilfe buss
www.suchthilfe.de

Swiss Addiction Research Day
27. September 2019
, Basel
Eine Veranstaltung der Schweizerischen Gesellschaft für Suchtmedizin

Aktuelle Entwicklungen in der Substitutionsbehandlung
8. Königsfelder Suchttagung
24. Oktober 2019, Windisch
Ankündigung

Schulung Hepatitis C
Im Rahmen der Hepatitis C führt Infodrog in Zusammenarbeit mit ÄrztInnen Schulungen für Suchtfachleute, Gefängnispersonal, medizinisches Personal und KlientInnen durch.
21. Januar 2020, Zürich
Ankündigung
 

 

Redaktion Infoset

Französischsprachige Version
Hier finden Sie Informationen, die speziell auf die Romandie zugeschnitten sind. Sie können die Seite direkt besuchen unter der Adresse: www.infoset.ch/accueil.html. Oder bestellen Sie den französischsprachigen Newsletter bei meiner Redaktionskollegin Florence Iff: redaction@infoset.ch

Beachten Sie auch die Stellenangebote, eine Kooperation mit dem Verein sozialinfo.ch:
http://www.infoset.ch/de/stellen.html

Redaktionsadresse Infoset Deutschschweiz
Marcel Krebs

Tel. 062 957 20 91
E: redaktion@infoset.ch
W: www.infoset.ch