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Suchtpolitik

Cassis bläst Tabak-Sponsoring ab: Der öffentliche Druck ist zu gross geworden: Aussenminister Ignazio Cassis hat entschieden, dass der Tabakkonzern Philip Morris nicht wie geplant einer der beiden Hauptsponsoren des Schweizer Auftritts an der Expo 2020 in Dubai sein wird. Artikel auf tagesanzeiger.ch

Auch für Jugendliche ist geringe Menge Cannabis nicht strafbar: Erwischt in der Schweiz die Polizei einen Erwachsenen beim Kiffen, gibt es eine Ordnungsbusse. Hat man aber nur eine geringe Menge an Cannabis auf sich, dann bleibt man straffrei. Das gilt im Schweizer Betäubungsmittelgesetz. In der Justiz gab es aber bislang unterschiedliche Ansichten, was für Jugendliche gilt. Dürfen sie ebenfalls weniger als 10 Gramm Cannabis auf sich tragen oder nicht? Nein, sagte die Zürcher Jugendanwaltschaft, und bestrafte einen 16-Jährigen mit einem Verweis. Ja, sagten die Zürcher Gerichte, und sprachen den Jugendlichen frei. Nun hat das Bundesgericht entschieden und befand: Auch bei Jugendlichen ist der Besitz von geringen Mengen Cannabis nicht strafbar. Medienmitteilung (pdf, 2S.) des Bundesgerichts, Beitrag auf SRF, Beitrag der NZZ.

Deutschland - Alternativer Drogen-und Suchtbericht: Mehr als 20 namhafte Suchtforscher kritisieren die Drogenpolitik der Bundesregierung als „unglaubwürdig, schädlich und anachronistisch“ und fordern das Kabinett auf, den Posten des Bundesdrogenbeauftragten mit Wissenschaftlern statt mit Parteipolitikern zu besetzten. Der 6. Alternative Drogenbericht 2019 (pdf, 177S.) von akzept steht zum Download bereit.

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Freizeit & Nightlife

Den Festivalsommer geniessen: Nicht nur Wärme und Sonne, sondern auch Alkohol und andere berauschende Substanzen erhöhen die Körpertemperatur: Der Körper trocknet schneller aus, weshalb ausreichend Flüssigkeit umso wichtiger ist. Dem Durst sollte deshalb mit alkoholfreien Getränken begegnet werden! An Grossanlässen sind oft mehr Pillen und Pulver mit falsch deklariertem Inhalt im Umlauf. Die Einnahme einer unbekannten Substanz und/oder einer unbekannten Dosis kann fatale Folgen haben. Wer sich trotz des Risikos für den Konsum entscheidet, sollte sich vorher über mögliche Risiken und Folgen des Konsums informieren und Drug-Checking-Angebote nutzen. Weitere Infos in unserem Dossier.

Street Parade 2019 - Infostand mit Drug-Checking
Am kommenden Samstag (10 August) findet die Street Parade 2019 statt. Saferparty wird mit einem kostenlosen und anonymen Drug-Checking- und Beratungsangebot vor Ort sein. Das Team ist ab 13 Uhr bis Mitternacht auf dem Bürkliplatz zu finden.

In Basel startet Pilotprojekt zum stationären Drug-Checking: Ab dem 22. Juli können volljährige Personen erstmals in Basel anonym Substanzproben (Partydrogen) zur Analyse abgeben und sich beraten lassen. Die Substanzen werden auf Verunreinigungen und Überdosierungen untersucht, der Check soll damit die Risiken für die Konsumierenden minimieren. Das Pilotprojekt dauert drei Jahre und wird regelmässig evaluiert. Es ist eine Ergänzung zu punktuellen mobilen Drug-Checking-Einsätzen, die unter „Safer Dance Basel“ bekannt sind. Medienmitteilung des Gesundheitsdepartements Basel.

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Gesundheit und Soziales

Gesunde Lebensweise – geringeres Demenzrisiko: auch bei schlechten Genen: Das Risiko, an Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz zu erkranken, hängt zum einen von bestimmten Genen ab. Doch zum anderen beeinflusst auch die Lebensweise die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung. Jetzt hat eine britische Studie ergeben, dass selbst bei starker genetischer Vorbelastung ein gesunder Lebensstil das Demenzrisiko um etwa ein Drittel senken könnte. Nicht rauchen, wenig Alkohol, ausreichende körperliche Aktivität und gesunde Ernährung sind demnach, unabhängig von den Genen, veränderbare Einflussfaktoren, die über die Entwicklung einer Demenz mitentscheiden. Beitrag auf Wissenschaft aktuell
 

 

Kind und Familie

Kinder suchtkranker Eltern in der stationären Entwöhnungsbehandlung: Das vorliegende Rahmenkonzept beschreibt zunächst die Ausgangssituation von Kindern suchtkranker Eltern. Dargestellt werden die Entwicklungsfolgen und die spezifischen Gefährdungen der Kinder, entwicklungspsychologische Aspekte und Grundbedürfnisse sowie entsprechende Risiko- und Schutzfaktoren für Kinder aus suchtbelasteten Familien. Im Weiteren werden Möglichkeiten für Intervention in der stationären Entwöhnungsbehandlung mit einem vergleichsweise langen Zeitraum von drei bis sechs Monaten vorgestellt. Publikation (pdf, 67S.) des Fachverband Sucht Deutschland

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Alkohol

Wie sollten Menschen mit Alkohol umgehen, um Gesundheitsrisiken zu verringern? Acht Empfehlungen zum Umgang mit Alkohol aus ärztlicher Sicht gibt eine jetzt veröffentlichte DHS Stellungnahme. Die Empfehlungen basieren auf einer umfassenden Analyse der vorliegenden Literatur und sind wissenschaftsbasierte Ziele für die öffentliche Gesundheit. Die Stellungnahme (pdf, 9S.) der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen DHS ist zum Download verfügbar.

Medikamente zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit: Der Einsatz von Medikamenten zur Langzeittherapie der Alkoholabhängigkeit wird in einer Stellungnahme (10S.) der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen DHS diskutiert. Einerseits wird durch die medikamentöse Behandlung angestrebt, den medizinischen Charakter der Diagnose Alkoholkrankheit zu betonen und zusätzliche PatientInnen zu erreichen und zu stabilisieren. Andererseits verstärkt die Medikamentenverordnung ungewollt dysfunktionale, suchttypische Kognitionen.

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Cannabis & THC

Marihuana-Boom geht an Dealern vorbei: In den USA haben Schwarze den Cannabis-Markt in der Illegalität aufgebaut und sind dafür im Drogenkrieg oft im Knast gelandet. Von der Legalisierung haben sie selten etwas. Eine Ausnahme ist Oakland. Oakland hat bereits 2017 ein umfassendes Programm gestartet, um Schwarzen und Latinos einen Weg in das legale Marihuana-Business zu eröffnen. Als wichtigster Baustein gilt die Gleichbehandlungsklausel. Mindestens die Hälfte der Lizenzen für Handel oder Produktion von Marihuana in Oakland müssen an Personen gehen, die entweder wegen eines Marihuana-Deliktes verurteilt worden sind oder in einer der Nachbarschaften wohnen, in denen es früher überproportional viele Verhaftungen wegen Cannabis-Vergehen gab. Artikel #12.

Entwicklungen im europäischen Cannabismarkt: Dieses Papier (pdf, 19S.) der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle gibt einen Überblick über Cannabisprodukte in Europa. Es werden die wichtigsten Aspekte der Herstellung, des Vertriebs, des Konsums und der Auswirkungen auf die Gesundheit dargestellt. Auf diese Weise soll das Papier eine Diskussion über die neuen Herausforderungen bei der Cannabisregulierung anregen.

Der Umgang mit Cannabis in Deutschland und in der Welt: „Legalize it“ – unter diesem Motto trommeln seit bald 60 Jahren die Fans von Cannabis dafür, dass je nach Zubereitung grüne Kraut oder bräunliche Harz gesetzlich freizugeben. Während einige Länder, prominent etwa die Niederlande, schon seit Jahrzehnten eine liberale Cannabispolitik pflegen, steht Deutschland weiterhin auf dem Standpunkt, dass Cannabis eine illegale Droge ist. Das hindert zahlreiche Menschen aber nicht daran, Marihuana zu konsumieren, oder es zumindest zu probieren. Ein Schneller Schlau der FAZ.

Auswirkungen der Cannabislegalisierung: Die Legalisierungsdebatten in den letzten Jahren und die Legalisierung des Freizeitgebrauchs von Cannabis in gut einem Fünftel der Bundesstaaten führte nicht zu einem vermehrten Konsum von Marihuana bei Schülern in den USA. Heute kiffen weniger Schüler als dies vor zwanzig Jahren der Fall war. Auch die zunehmende Verbreitung von Cannabis als Medizin zeigt erste Erfolge. Beitrag im Drogerie-Blog der deutschen Tageszeitung taz.

Entkriminalisierung des Cannabiskonsums: Der Verband (pdf, 14S.) der Dogen- und Suchthilfe fdr+ in Deutschland hat eine Stellungnahme zur Entkriminalisierung von Cannabiskonsumierenden und Ausgestaltung der Regulierung veröffentlicht.

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Rauchen & Tabak

Wie E-Zigaretten Nikotinsüchtigen helfen sollen: Eine Suchthilfe Ost im Kt. Solothurn gibt gratis E-Zigaretten ab. Dies in der Hoffnung, dass Raucher von den herkömmlichen Zigaretten, die für die Gesundheit schädlicher sind, wegkommen. Ein notwendiges Mittel zur Schadensminderung, finden die einen. Eine Aktion, die ein falsches Signal sendet, die anderen. Artikel im Oltner Tagblatt. Wie gefährlich sind E-Zigaretten? Und was bringen sie? Das meint ein Forscher im Interview mit dem Tagblatt.

Harm Reduction bei Tabakkonsum: In diesem Beitrag in der Schweizerischen Ärztezeitung argumentieren die Autoren, dass Schadensminderung kein Teil der Public-Health-Strategie zur Tabakbekämpfung sein kann. Sie beziehen sich dabei auf ein Paper der European Respiratory Society ERS zu Tobacco Harm Reduction, in welchem sieben Argumente vorgestellt werden, warum Schadensminderung nicht als Strategie zur Tabakbekämpfung auf Populationsebene eingesetzt werden sollte. Artikel in der Schweizer Ärztezeitung. Im Gegensatz dazu haben die Schweizer Suchtfachverbände bereits Ende 2017 in einem Positionspapier (pdf, 3S.) empfohlen, dass bisherige Tabakpräventionspolitik um den Aspekt der Schadenminderung zu ergänzen ist.

Acht Millionen Tote durchs Rauchen: Jedes Jahr sterben laut WHO acht Millionen Menschen an den Folgen von Tabakkonsum - darunter viele, die zu Lebzeiten gar nicht selbst geraucht haben. Die Organisation fordert mehr Hilfe bei der Entwöhnung. Der WHO Report (pdf, 109S.) on the Global Tobacco Epidemic 2019 steht zum Download bereit. Beitrag auf tagesschau.de, Artikel auf Spiegel Online.

Niederlande - Anti-Rauch-Politik: Die Niederlande haben dem Rauchen in Anbetracht der erschreckenden Zahl an Todesopfern den Kampf angesagt. Aber nicht nur die Politik, sondern auch Unternehmen reagieren auf das Rauchen. So verbieten immer mehr Cafés und Kneipen das Rauchen in ihren Außenbereichen. 18 Prozent der Niederländer rauchen. Für die niederländische Regierung sind das 18 Prozent zu viel. Die Koalition in Den Haag hat sich eine Anti-Rauch-Politik gesetzt, die Rauchen so unattraktiv wie möglich machen soll. Artikel auf Niederlande Net.

E-Zigaretten mit Giften aus Pilzen und Bakterien verunreinigt: In einer Studie der Harvard Universität konnten giftige Substanzen aus Bakterien und Pilzen im Dampf von E-Zigaretten nachgewiesen werden. Ob die gefundenen Konzentrationen zu gesundheitlichen Problemen bei Konsumierenden führen können, war jedoch nicht Gegenstand der Studie. Dies sei Aufgabe zukünftiger Forschung. Artikel auf drugcom.de

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Verhaltenssüchte

Kaufsucht: Der Themenschwerpunkt der aktuellen Ausgabe (pdf, 16S.) von fortyfour widmet sich der Kaufsucht: Aus dem Inhalt: Kaufsucht im Zeitalter des Konsums; Berichte aus der Praxis, Kaufsucht - Facts.
 

 

Forschung & Statistik

Forschungsbrief der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen: Die Themen der aktuellen Ausgabe (pdf, 6S.) sind: Wohnungslosigkeit, substanzbezogene Störungen und psychische Gesundheit: Empirische Studien und Konsequenzen für die Wohnungslosenhilfe und die Suchthilfe; Sucht und Ess-Störungen und Drunkorexia (oder: Food and Alcohol Disturbances); Orthorexia nervosa als neue Verhaltenssucht.

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Diverses

Ex-Süchtige treffen sich auf dem Platzspitz: Nach der Auflösung der offenen Drogenszene am Platzspitz vor 27 Jahren trafen sich Mitte Juli ehemalige Drogenabhängige wieder im Park. Die weltweit grösste Selbsthilfeorganisation für Süchtige, «Narcotics Anonymus», organisierte einen dreitägigen Kongress. Beitrag im Regionaljournal Zürich. Porträt von Alex, ein früherer Junkie, im Echo der Zeit.
 

Agenda

Neu aufgeschaltete oder aktualisierte Veranstaltungs- und Weiterbildungshinweise
Der vollständige Veranstaltungskalender ist auf der Website von Infoset erhältlich.

2. Kantonales Austauschtreffen Deutschschweiz (KAD)
Lebensqualität und Gesundheit im Alter
16. September 2019, Zürich
Online-Anmeldung und Detailinformationen

Suprax Biel: Tag der offenen Tür
Die Suprax ist seit mehr als 20 Jahren das Zentrum für ambulante Suchtbehandlung in Biel und bietet Substitutionsbehandlungen an.
21. September 2019, Biel
Ankündigung

Tagung zur Chancengleichheit in der Gesundheitsversorgung
Messen – Dokumentieren – Verstehen
15. Oktober 2019, Bern
Die Tagung wird vom Bundesamt für Gesundheit organisiert.

kT/KISS-Ausbildung 2019
Konsumreduktionsprogramme im ambulanten Bereich
16. - 18. Oktober & 4. - 6. Dezember 2019, Zürich
Ein Fortbildungsangebot der GK Quest Akademie, Heidelberg und dem Fachverband Sucht.
Online-Anmeldung und Detailinformationen

Work-Life aus der Balance
Forum für Suchtfragen 2019: Sucht, Stress, Hirndoping – psychische Gesundheit am Arbeitsplatz
14. November 2019, Basel
Eine Veranstaltung des Gesundheitsdepartement Basel-Stadt und der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel

(K)ein Leben ohne Rausch?
Die Sicht der Suchtarbeit auf ein menschliches Bedürfnis
19. November 2019, Zürich
Der Fachgruppentag des Fachverbands Sucht
 

 

Redaktion Infoset

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