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Aktuell

 

 

Dossier zur Corona-Pandemie auf Infoset
Die relevanten Informationen für den Suchtbereich finden Sie in unserem Dossier zur Coronakrise. Dieses ist thematisch strukturiert und wird laufend aktualisiert.
https://www.infoset.ch/de/corona.html

Newsticker von Infodrog
Infodrog hat einen Newsticker für den Suchtbereich eingerichtet, damit Sie die relevanten Informationen zur Situation auf einen Blick finden.
https://www.infodrog.ch/corona

 

Suchtpolitik

Wo die Sucht kein Verbrechen mehr ist: Seit zwanzig Jahren steht der Konsum von Drogen in Portugal nicht mehr unter Strafe. Portugals Erfolg mit diesem Konzept ist unbestritten und wird in internationalen Studien regelmässig als Vorzeigebeispiel einer gelungenen Drogenpolitik zitiert. Gemäss den Daten der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht sanken nach der Einführung des Gesetzes sowohl die durch Drogen verursachten Todesfälle wie auch die Zahl der HIV-Neuansteckungen in beträchtlichem Mass. Artikel auf www.woz.ch.

Cannabis am Steuer wie Alkohol behandeln: Es kommt Bewegung in die Diskussion um die Nulltoleranz von Cannabis am Steuer. Einen parlamentarischen Vorstoss wagt FDP-Vizepräsident Andrea Caroni (41): Der Ständerat (FDP/AR) will, dass Cannabis künftig ähnlich behandelt wird wie Alkohol: Während ein gewisser Pegel Alkohol erlaubt ist, liegt der Cannabis-Grenzwert nahe der Nachweisgrenze. Die Folge: Noch Tage nach dem Konsum kann der Führerausweis futsch sein. Hinzu kommen ausser der Busse für den Cannabis-Konsum tausende Franken teure Fahrfähigkeits-Abklärungen – die bei Alkohol erst bei sehr hohen Promillepegeln angeordnet würden. Artikel auf www.blick.ch.

Werbeverbote für Tabak: Jugendschutz bleibt Knackpunkt: Bezüglich Werbung für Tabakprodukte ist die Schweiz eine Ausnahme in Europa: Aussenwerbung für Tabakprodukte ist in fast allen europäischen Ländern verboten – die Schweiz kennt auf nationaler Ebene kein Verbot. In Printmedien ist Tabakwerbung gar in allen europäischen Ländern verboten. Ausser in der Schweiz. Seit mehr als fünf Jahren diskutiert das Parlament ein neues Bundesgesetz über Tabakprodukte. Der Umgang mit Tabakprodukten soll darin strenger geregelt werden – aber weniger stark als ursprünglich vorgesehen. Der Ständerat hat jetzt einige Restriktionen aufgeweicht. Artikel dazu auf www.srf.ch.

Die Prohibition ist gescheitert – es lebe der freie Markt? SuchtexpertInnen fordern längst eine weitgehende Regulierung von Betäubungsmitteln. Nun ist die Debatte auch in der Politik angekommen. Die im Mai angelaufenen Cannabisversuche zeigen, in welche Richtung es gehen könnte. Interessanter Artikel auf www.woz.ch unter anderem mit Einschätzungen von Experten wie Toni Berthel (Psychiater, ehemaliger Präsident der Eidgenössischen Kommission für Suchtfragen (EKSF)) und Boris Quednow (Pharmakopsychologe an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich).

Stärkung der Nationalen Strategie Sucht durch den Einbezug der Cyberabhängigkeit: Die Nationale Strategie Sucht sind seit 2017 in Kraft und werden bis 2024 umgesetzt. Sie verfolgen einen suchtformübergreifenden Ansatz; die Massnahmen betreffen den Alkohol-, Tabak- und Drogenkonsum, aber auch problematische Verhaltensweisen wie die exzessive Internet- und Computernutzung, die zu Cyberabhängigkeit führen kann. Der Bundesrat wurde in einem Postulat ersucht, im Rahmen der Nationalen Strategie Sucht ein Massnahmenpaket zur Bekämpfung der verschiedenen Formen von Cyberabhängigkeit zu erarbeiten. Dieses Postulat (auf www.parlament.ch) wurde im Nationalrat angenommen und geht nun in den Ständerat. 

Jugend

Mehr Jugendurteile wegen Straftaten des Strafgesetzbuchs, weniger wegen Betäubungsmittelkonsum: Im Jahr 2020 wurden insgesamt 20 611 Jugendurteile ausgesprochen. Verglichen mit dem Vorjahr nahmen die Jugendurteile mit einer Straftat des Strafgesetzbuchs (StGB) um 10 % zu. Gewaltstraftaten stiegen um 23 %. Die Urteile aufgrund von Betäubungsmittelkonsum gingen hingegen zurück (–18 %). Die am häufigsten ausgesprochenen Sanktionen waren Verweise, persönliche Leistungen und Bussen. 553 Verfahren wurden mittels Mediationen, Wiedergutmachungen oder Vergleichen beendet und 1060 Jugendliche wurden fremdplatziert. Medienmitteilung auf www.bfs.admin.ch.

Mehr Jugendliche sind im Zuge der Pandemie suchtgefährdet – jetzt Gegensteuer geben: Die Pandemie belastet die psychische Gesundheit von jungen Menschen. Heute gibt es mehr gefährdete Jugendliche und ihre Zukunftsängste könnten andauern. Die Suchtprävention ist gefordert, die Früherkennung und Frühintervention bei gefährdeten Jugendlichen zu stärken. Sucht Schweiz appelliert an Gesellschaft und Politik, ihre Chancen mit einem gesundheitsförderlichen Umfeld zu verbessern und sie vor aggressivem Marketing zu schützen. Beitrag auf www.suchtschweiz.ch.

Alkohol

Urlaub in Holland: Neue Alkohol-Gesetze – sie haben auch Auswirkungen für Touristen: Wer in diesem Sommer Urlaub in Holland machen will, sollte sich über die neuen Regeln im Klaren sein. Ab dem 1. Juli gilt in Holland ein neues Getränke- und Gastronomiegesetz, auch „Alkoholgesetz“ genannt. Daran müssen sich nicht nur die Einheimischen halten, sondern auch alle, die für einen kurzen Einkaufstrip oder für einen Urlaub über die Grenze kommen. Wer sich beispielsweise in Holland Bier, Schnaps, Wein oder sonstige alkoholische Getränke kaufen wollte und dabei auf Rabatte gehofft hat, der wird künftig enttäuscht werden. Denn die Menge an hochprozentigen Sonderangeboten soll ab dem 1. Juli 2021 stark reduziert werden. Artikel auf www.derwesten.de.

Mehr Alkohol Im Lockdown? Weil Menschen in Notlagen erwiesenermaßen mehr trinken, haben Forscherende europaweit (knapp 32 000 Menschen aus 21 Ländern Europas exklusive der Schweiz) den Alkoholkonsum zu Beginn der Corona-Pandemie untersucht - mit einem erstaunlichen Ergebnis. «Erhöhter Alkoholkonsum wird als maladaptive Strategie zur Bewältigung der psychischen Belastung angesehen und ergibt sich aus einem Zusammenspiel von sozialer Isolation, Unsicherheit und finanziellen Schwierigkeiten», schreiben die Forscherenden in der Studie, die jetzt in der Fachzeitschrift "Addiction" veröffentlicht worden ist. Artikel auf www.mdr.de; Studie auf www.onlinelibrary.wiley.com.

Cannabis & Rauchen

Orientierungsrahmen Pilotversuche Cannabis: Das BAG hat das Rahmenkonzept zum Gesundheitsschutz für die Pilotversuche mit Cannabis veröffentlicht. Das Konzept wurde von Infodrog in Zusammenarbeit mit einer Begleitgruppe von Fachleuten erstellt und kann als Orientierungsrahmen für die Erstellung der projektspezifischen Gesundheits- Präventions- und Jugendschutzkonzepte dienen. Das Konzept auf www.bag.admin.ch. Die aktuellsten Informationen des Bundes betreffend die Pilotversuche mit Cannabis finden Sie auf der Webseite des BAG.

Deutschland: Rauchen wird teurer: Der Finanzausschuss des Bundestags stimmte für eine Reform der Tabaksteuer. Demnach sollen die Zigarettenpreise im kommenden Jahr um durchschnittlich 10 Cent steigen: Die geplante Reform der Tabaksteuer ist einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Der Finanzausschuss des Bundestags stimmte für eine Gesetzesänderung, nach der sich die Tabaksteuer auf eine Zigarettenpackung im Jahr 2022 um durchschnittlich 10 Cent erhöht. 2023 folgt dann ein weiterer 10-Cent-Sprung, in den Jahren 2025 und 2026 jeweils ein Plus von 15 Cent. Artikel auf www.spiegel.de.

 

Weitere Substanzen / substanzübergreifende Infos

Wie die Schweiz die Heroin-Epidemie bekämpfte: In den 1990er Jahren beschloss die Schweiz, eine der schlimmsten Drogenepidemien in Europa zu bekämpfen, indem sie radikale neue politische Ideen ausprobierte, darunter die Bereitstellung von sicheren Injektionsräumen für Süchtige und sogar die Verschreibung von Heroin. Dies führte zu einem drastischen Rückgang der Überdosen, der HIV-Infektionen und der Zahl der neuen Konsumenten. 2008 stimmten die SchweizerInnen dafür, die Änderungen im Gesetz zu verankern. Zak Brophy von der BBC spricht mit Andre Seidenberg, einem Schweizer Arzt und Ruth Dreifuss, die sich für die Änderung der Politik eingesetzt hat. Beitrag (auf Englisch) auf www.bbc.co.uk.

Europäischer Drogenbericht 2021: Wie hat sich die COVID-19-Pandemie auf den Drogenkonsum und das Angebot ausgewirkt? Welche Drogen geben heute am meisten Anlass zur Sorge? Was sind die neuesten Trends in der Drogenproduktion und im Drogenhandel?  In diesem Jahr präsentiert sich die Publikation in einem neuen, übersichtlichen Format mit Kapiteln, die in erster Linie nach Drogenart und den damit verbundenen Schäden gegliedert sind. Darüber hinaus gibt es Abschnitte zu folgenden Themen: Lehren aus dem Bericht, die COVID-19-Pandemie und das europäische Drogenphänomen auf einen Blick. Der Bericht ist in 24 Sprachen verfügbar.  Bericht (pdf, 60S., Deutsch) auf www.emcdda.europa.eu.

Österreich: Neue Erhebung zu den Themen Sucht und Substanzen: Die umfassendste bundesweite Erhebung zu suchtrelevanten Konsum und Verhaltensweisen sowie zu Einstellungen gegenüber suchtrelevanten Fragestellungen bietet umfassendes Datenmaterial zu den Themenbereichen Alkohol, Tabak und verwandte Produkte, illegale psychoaktive Substanzen, Medikamente, Teilnahme an Glücksspielen sowie Nutzung von Computerspielen: Dabei zeigte sich, dass die deutliche Mehrheit der Befragten – je nach Substanz zwischen zwei Drittel und vier Fünftel – berichtet, dass es im Rahmen des ersten Lockdowns zu keinen relevanten Veränderungen im Konsum psychoaktiver Substanzen gekommen sei. Der Artikel und der Bericht (pdf, 188S.) auf www.praevention.at.

Verhaltenssüchte

Österreich: Deutlicher Zuwachs Glücksspiel und Sportwetten: Die Lockdowns und Einschränkungen der Sportveranstaltungen ließen im Vorjahr auch die Umsatzzahlen der stationären heimischen Glücksspiel- und Sportwetten-Branche einbrechen. In den niedergelassenen Spielstätten gab es laut einer Analyse des Marktforschungsinstituts Branchenradar bei den Spiel- und Wetteinsätzen ein Minus von rund 24 Prozent. Während der stationäre Glücksspielmarkt gelitten hat, profitierte vor allem der Online-Sektor. Dieser erzielte sowohl bei Sportwetten als auch im Online-Glücksspiel ein Bruttoergebnis von plus 7,4 Prozent. Artikel auf www.praevention.at.

Gefährliche Sportwetten: Es geht um sehr viel Geld: 2019 wurden allein in Deutschland rund 9,3 Milliarden Euro gesetzt. Die Sportwetten-Branche erlebt einen Boom. Die Dokumentation begleitet Glückspieler, PolitikerInnen und Werbepartner, während sich der Markt für Sportwetten in Deutschland neu aufstellt. Die Dokumentation auf www.daserste.de.

Prävention

Experiment Nichtrauchen: nach 21 Jahren ist Zeit für etwas Neues: Experiment Nichtrauchen geht nach 21 Jahren zu Ende. Das grösste nationale Tabakpräventionsprojekt hat an Schulen für ein rauchfreies Leben geworben und hunderttausende Jugendliche in der Schweiz und Liechtenstein durch die Schulzeit begleitet. Mit der Neuausrichtung des Kinder- und Jugendprogramms des Tabakpräventionsfonds macht es Platz für ein neues Angebot – dieses bezieht Kinder, Jugendliche sowie Lehrpersonen von Anfang an in die Gestaltung mit ein. Artikel auf www.portal.at-schweiz.ch.

Förderung von Lebenskompetenzen bei Jugendlichen: Die neue multithematische Methode zur Förderung von Lebenskompetenzen von feel-ok.ch «Abenteuerinsel» ist online. Abenteuerinsel bietet 30 thematische Einheiten an, mit denen die Gesundheits- und die methodischen Kompetenzen Jugendlicher gefördert werden können. Dazu enthält die Abenteuerinsel auch den Themenblock Sucht zu Alkohol, Cannabis, Rauchen, Onlinesucht und Glücksspiele. Videoanleitung «Abenteuerinsel» auf www.youtube.ch; Startseite «Abenteuerinsel» auf www.feel-ok.ch.

Diverses

«Sucht ist keine Lebensdiagnose»: Michel Sutter wuchs als Sohn süchtiger Eltern auf und rutschte später selber in die Sucht ab. Heute ist er seit mehr als zehn Jahre suchtfrei und arbeitet als Peer-Mitarbeiter, einerseits in einer Klinik, andererseits bei der Peer-Organisation «Peerspektive», die er initiert und mitbegründet hat. Im Interview mit spectra erzählt er aus seinem Leben, von seiner Arbeit mit «Peerspektive» und warum, helfen zu wollen im Peer-Bereich heikel sein kann. Artikel auf www.spectra-online.ch.

Illegaler Zigarettenhandel, Lukaschenko und die Schweiz? Viele RegimekritikerInnen mussten in Nachbarländer fliehen. Von dort aus versuchen sie, Lukaschenkos Einnahmequellen trockenzulegen. Auch Schweizer Firmen spielen dabei eine Rolle. Beim Zigarettenschmuggel, so der Vorwurf, der systematisch betrieben werde und von dem Lukaschenko enorm profitiere. So läuft es ab: Westliche Unternehmen liefern Rohtabak nach Belarus. Dortige Fabriken stellen Zigaretten billig und in riesigen Mengen her. Und diese – oder ein Teil davon – würden nach Westeuropa und Russland geschmuggelt und teuer verkauft, mit dem Segen von ganz oben. Artikel auf www.srf.ch.

Nichtbezug von Sozialhilfe: Vorstoss im Parlament eingereicht: In der Schweiz verzichtet ein Drittel der armutsbetroffenen Personen auf ihren rechtmässigen Anspruch, Hilfe in Notlagen zu erhalten. Der Grund: mögliche negative Folgen. Ein im eidgenössischen Parlament neu eingereichter Vorstoss will diese Systemfehler angehen. Medienmitteilung auf www.avenirsocial.ch; Positionspapier der Allianz «Austausch Armut».

Die neue «grüne» Kampagne von Swiss Cigarette: zwischen «Greenwashing» und gross angelegter Datensammlung: Der Dachverband Swiss Cigarette nutzt ein scheinbar feministisches Motiv, «Lara Green» - eine wütende Frau mit roten Haaren, aber grünem Namen - um der Öffentlichkeit im Rahmen einer «Greenwashing»-Kampagne vorzugaukeln, sich um die giftigen Stummel zu kümmern, die in ihren Fabriken produziert werden. Die Lösung von Swiss Cigarette: nicht die Einstellung der Produktion ihrer tödlichen Produkte und unbrauchbaren Filter, sondern die Lancierung einer digitalen Kampagne sowie die Verteilung von Taschenaschenbechern und die Sammlung von Raucherdaten. Die Botschaft ist klar: Rauchen Sie trotzdem weiter. Artikel auf www.portal.at-schweiz.ch.

Agenda

Neu aufgeschaltete oder aktualisierte Veranstaltungs- und Weiterbildungshinweise
Der vollständige Veranstaltungskalender ist auf der Website von Infoset erhältlich.

Redaktion Infoset

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